Alien: Covenant

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Die legendäre „Alien“ Reihe wird um ein weiteres Machwerk erweitert. Wie es sich schlägt, könnt ihr hier erfahren.

Titel Alien: Covenant
Jahr 2017
Produktionsland USA
Regie Ridley Scott
Drehbuch John Logan, Dante Harper
Genre Science-Fiction
Darsteller Michael Fassbender, Katherine Waterston,
Billy Crudup, Danny McBride, Demián Bichir,
Carmen Ejogo, Jussie Smollett,
Callie Hernandez, Amy Seimetz,
Benjamin Rigby, James Franco,
Nathaniel Dean, Noomi Rapace, Guy Pearce
Länge 122 Minuten
FSK 16
Verleih 20th Century Fox

„Alien – das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“ von 1979 ist jedem bekannt, der sich auch nur ein wenig für Filme interessiert. Das Wort „Kultstatus“ kann man hier ohne weiteres in den Mund nehmen. Ridley Scott, der dafür verantwortlich war, hat nun nach „Prometheus – Dunkle Zeichen“ den 2. Teil der geplanten Trilogie gedreht, der nun wieder den Namen der Franchise trägt. Alien: Covenant

Ich bin kein ausgesprochener „Alien“ Fan, kenne jedoch alle Teile und fand viele davon auch durchaus gelungen. Mit Prometheus konnte ich leider nicht so viel anfangen, daher war ich sehr gespannt auf die Vorpremiere gestern. Ohne Vorbehalte setzte ich mich also in den Sessel und lies den Streifen auf mich wirken.

Eines Tages bricht ein Kolonie-Raumschiff in Richtung Origae-6 auf, ein Planet, der nach 10-jähriger Berechnung sämtlicher Experten als der geeignetste zur Besiedelung durch den Menschen angesehen wird. Als sie von einem Weltraumsturm getroffen werden, muss der Android „Walter“, der sich als einziger nicht in den Kälteschlaf begeben hat, die Crew vorzeitig wecken. Es sterben viele der 2.000 Passagiere und auch einige Crew Mitglieder, unter ihnen der Captain. Nachdem ein Nachfolger gefunden ist, repariert das Team das Schiff und setzt die Reise fort.

Aus dem buchstäblichen Nichts nehmen sie plötzlich Signale von einem fremden, kaum ortbaren Planeten wahr und zwar die Stimme einer Frau und das Lied „Take me home“. Sie prüfen vor Ort die Amosphäre und alle weiteren wichtigen Faktoren und entschließen sich einen Pionier-Trupp zu entsenden. Zunächst scheint alles wie ein einziges Paradies, doch schon nach wenigen Metern entwickelt sich die Mission zu einem absoluten Horrorszenario. Sie entdecken die Überreste der abgestürzten „Prometheus“ und treffen auf den Androiden „David“, einziger Überlebender der damaligen Mission. Schon bald wird es sehr gefährlich für die einzigen Menschen auf dem neuen Planeten…

Ridley Scott, der sich sowohl als Regisseur, als auch Produzent durch seine Machwerke einen Namen unter den besten dieses Handwerks gemacht hat, scheint „Alien“ in ein neues Zeitalter führen zu wollen. „Covenant“ wirkt sehr jung und spritzig. Die Bilder, die er generiert sehen alle wahnsinnig gut aus! Alles ist in 4k und das merkt man in jeder Sekunde. Ob Raumschiff, Landschaften oder CGI – alles ist optisch brilliant. Was der Landschaft für mich ein Sahnehäubchen verleiht, ist der Umstand, dass es in „Milford Sound“ gedreht wurde, einer der schönsten Gegenden von Neuseeland.

Die Story ist solide und ohne die haarsträubenden Fehler des Vorgängers. Klar, in diesem Genre wird man immer ein paar Lücken entdecken können, wenn man sie sucht, aber hier bin ich sehr zufrieden mit dem Aufbau und der Herangehensweise. Es herrscht Spannung von der ersten Minute an und zum Ende entläd sich dann ein Showdown, der schon im Psychothriller-Genre anzusiedeln ist.

Der Cast passt sehr gut, vor allem Fassbender spielt die Rolle der Androiden erneut mit viel Hingabe. Die restlichen Crew-Member sind zum großteil zum Rennen um ihr Überleben verdonnert und daher auch eher austauschbar. Was die einzelnen Protagonisten jedoch zeigen, kann durchaus überzeugen.

Ridley Scott will hier erneut dem Ursprung der Menschheit auf den Grund gehen, viel dreht sich um Gene, Züchtungen, Möglichkeiten und die Evolution. Hierfür schafft er eine geradezu ideale Welt und Begleitumstände.

Womit wir bei den Unterschieden zu den älteren „Alien“ Teilen angekommen wären. Der Kultstatus des 1. Films basiert zum Großteil darauf, dass man das Alien als solches nur sehr selten und wenn doch, nur in bestimmten Teilen zu Gesicht bekommt. Darauf fußten der Horror und der Mythos. Ich persönlich bin kein Fan von solchen Herangehensweisen. Ich möchte jegliche Monster so oft und so gut sehen, wie irgend möglich, ohne der Story zu schaden selbstverständlich.

Hier kam ich voll auf meine Kosten. Das Alien hat genug Screentime und wird auch öfter komplett gezeigt. Vor allem aber wird es in ein komplett anderes Licht gerückt und der Film wird so zu einem Novum der Franchise.. Es gibt viel Blut, aber auch ein paar Horror/Schockmomente. Viele Puristen könnten sich daran stören, doch meinen Geschmack hat Ridley Scott damit absolut getroffen. Auch das Ende fand ich überraschend gewagt und erfrischend. Nachdem in letzter Zeit viele Science-Fiction Filme liefen, die vielleicht durch gute Optik überzeugen konnten, ansonsten aber sehr einschläfernd wirkten, habe ich mich wirklich über das Ergebnis hier gefreut. So wird „Alien“ viele neue Fans dazu gewinnen können.

Ich hoffe die älteren geben dem Streifen eine Chance, ich habe das Spektakel sehr genossen und zähle es zu einem der besten Genrefilmen der letzten Jahre. Mir hat „Life“ ebenfalls gefallen, doch „Covenant“ stelle ich noch mindestens eine Stufe drüber. Bleibt abzuwarten, wie die Trilogie vollendet wird. Ich hoffe in ähnlichem Maße. Klare Empfehlung von mir!

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
Figuren/Schauspieler
Ausstattung/Schauplätze
Form
Hintergrund
Vergleich im Genre
Durchschnitt:

Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

Handlung/Dramaturgie
2
Figuren/Schauspieler
2
Ausstattung/Schauplätze
2
Form
2
Hintergrund
2
Vergleich im Genre
2
Durchschnitt:
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3 KOMMENTARE

  1. Zum Film:

    Habe den Film gestern gesehen. Fand ihn gut, auch wenn ich das „Entdeckerfeeling“ von Prometheus lieber mochte. Leider fehlen zwei Szenen, die als Previews veröffentlicht wurden im Film vollständig, Das ist deswegen schade, weil eine davon die Crew einführt, so dass sie einem an Herz wächst, während die andere, die Brücke zwischen Prometheus zu Covenant schloss. Da wird man wohl auf die DVD warten müssen. Dann werde ich ihn mir auch gern nochmal ansehen.

    Zum Artikel:
    Der Artikel ist schon ein wenig spoilerig. Also klar beim Schreiben von Artikeln wandert man auf dem goldenen Pfad zwischen zu viel und zu wenig Information geben und es ist auch ein Stück weit die Aufgabe des Lesers, sich nichts durchzulesen, was ihn spoilern könnte. Aber wenn man Leute in einen Film schicken will, dann sollte man im eigenen Artikel auch etwas vage bleiben und mit Details geizen. Du hast an dieser Stelle gefühlt die ersten 30 Min., samt frühen „Twist“ beschrieben.

    Prometheus haarsträubende Fehler zu unterstellen, ist eine im Internet weitverbreitete Meinung, bzw. Mär. Sind die Fehler handwerklicher Natur oder im Plot verankert?

  2. Ich gebe dir mit dem „Entdeckerfeeling“ recht, „Prometheus“ hatte einige gute Ansätze und sah auch optisch sehr gut aus. Die Fehler die ich dort bemängel, sind im Plot verankert, klar, wenn du einen Film in diesem Genre drehst und jeder verhält sich zu 100% realistisch, vorsichtig usw., dann kriegst du wahrscheinlich keinen actionreichen Film hin, bzw würde er recht langatmig werden. Hier wandelt man als Autor auf einem schmalen Pfad. In Covenant unterlaufen der Besatzung natürlich auch einige Fehler, aber ich finde sie fallen nicht so stark auf, wie im Vorgänger.

    Dann zum spoilern. Auch hier stimme ich dir zu, ich habe einige Zeit überlegt, welchen Satz oder Halbsatz ich drin lasse oder raus nehme und habe mich im Endeffekt dazu entschieden, 2 Dinge mit hinein zu nehmen, weil ich die Beschreibung ohne sie zu wenig und zu nichtssagend fand. Ich denke man erfährt dennoch nicht allzu viel und für mich selbst wäre es immer noch Grund genug mir den Film anzusehen. Aber wie du schon schreibst, ist das auch eine Sache von kleinen Nuancen. Ich achte definitiv in meinen Reviews darauf so wenig zu spoilern wie irgend möglich, ich möchte allerdings auch ein Stück weit aufzeigen, in welche Richtung ein Streifen geht. Ich hoffe, ich treffe diesen Punkt nächstes mal ein wenig besser.

  3. Ich halte das Verhalten der Prometheus Crew für nachvollziehbar. Jede Figur handelte in dem Film ihrem Charakter entsprechend. Die beiden klassischen Beispiele die bei dieser Kritik angeführt werden, sind ja der Biologe und der Geologe, was deren Verhalten angeht, bin ich ganz bei diesem Video (14:07 Millburn and Fifield):
    https://www.youtube.com/watch?v=GpEx7pdp2-Q

    Wobei das Video jede Menge Fragen zu Prometheus beantwortet, von denen sich eig. alles aus dem Film selbst ergibt.

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