Start Filme Abenteuer Christopher Robin

Christopher Robin

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Am 16. August startet die erste Realverfilmung von Winnie Puh in den deutschen Kinos. Wer gedacht hätte, der Film sei nur etwas für Kinder, der irrt. Christopher Robin ist ein Abenteuer für Jung und Alt!

TitelChristopher Robin
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieMarc Forster
DrehbuchAlex Ross Perry, Allison Schroeder
GenreAbenteuer/Kinderfilm
DarstellerEwan McGregor, Hayley Atwell, Bronte Carmichael, Mark Gatiss, Jim Cummings, Nick Mohammed, Chris O’Dowd, Brad Garrett, Peter Capaldi, Sophie Okonedo, Toby Jones, Sara Sheen
Länge104 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihWalt Disney
Poster zu "Christopher Robin" © Walt Disney
Poster zu “Christopher Robin” © Walt Disney

Winnie Puh zählt zweifelsohne zu den bekanntesten Kinderbuchfiguren. Der tolpatschige kleine Bär mit seinem unstillbaren Hunger nach Honig hat schon früh die Kinderherzen erobert. Und seit der Übernahme der Rechte durch Walt Disney in den 1960ern Jahren ist er aus dem Programm des Mäuse-Konzerns nicht mehr wegzudenken. Zahlreiche Zeichentrickfilme und -serien wurden über die Jahrzehnte hinweg produziert und haben Generation um Generation erfreut. Nun dürfen Winnie Puh und seine Freunde auch erstmals in einem Realfilm ihre Abenteuer erleben.

Darum geht’s in Christopher Robin

Christopher Robin (Ewan McGregor), der Junge, der einst mit seinen Freunden aus dem Hundertmorgenwald die größten Abenteuer erlebte, ist erwachsen geworden. Überarbeitet, unterbezahlt und perspektivlos steckt er in seinem Leben fest. Der Job ist wichtiger als die Familie, mit der er nur wenig Zeit verbringt. Kaum noch erinnert er sich an seine idyllische Kindheit, die er mit Winnie Puuh und seinen Freunden verbrachte. Eines Tages taucht der Honig liebende und etwas in die Jahre gekommene Bär in London auf und erinnert Christopher Robin mit seinen schlichten aber wahren Weisheiten daran, wie schön die scheinbar endlosen Tage als kleiner Junge waren. Als Christopher Robin in Schwierigkeiten gerät verlässt auch der Rest der Gang um Ferkel, I-Aah und Tigger den geliebten Wald und bricht auf zu einem großen Abenteuer, um Winnie Puuh und Christopher Robin zu helfen. Denn beste Freunde sind schließlich immer füreinander da!

Winnie Puh und Ferkel in "Christopher Robin" © Walt Disney
Winnie Puh und Ferkel in “Christopher Robin” © Walt Disney

Wie viel Kind steckt noch in dir?

Im Jahr 2004 lief Wenn Träume fliegen lernen in den Kinos an. Der Film mit Johnny Depp (Fluch der Karibik, From Hell) als Peter Pan-Autor James Matthew Barrie war ein herzergreifendes Werk über die Fantasie und das Leben und gehört nach wie vor zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Ich war dementsprechend voller Vorfreude, als ich hörte, dass Regisseur Marc Forster nach seinen meiner Meinung nach wenig überzeugenden Ausflügen ins Action-Genre (Ein Quantum Trost, Machine Gun Preacher, World War Z) wieder auf seine Stärken besinnen wollte. Denn Christopher Robin mag eine andere Herangehensweise haben, spricht aber die gleichen Motive an.

Wenn Träume fliegen lernen ist natürlich in erster Linie eine Biografie, wohingegen Christopher Robin eine fiktionale Geschichte innerhalb der Welt von Winnie Puh ist. Doch beide Filme thematisieren im Grundsatz die Frage, wie viel Kind wir uns als Erwachsene eigentlich noch erlauben zu sein. Während Johnny Depps Rolle dabei das positive Beispiel eines fantasievollen Erwachsenen darstellt, der dafür jedoch vom Rest der Gesellschaft mit äußerster Skepsis beäugt wird, hat Ewan McGregor als titelgebender Christopher Robin verlernt, was es heißt, ein Kind zu sein. Arbeitsstress und Alltagstrott haben ihn seine tierischen Freunde aus Kindheitstagen vergessen lassen. Seine Frau (Haley Atwell) bekommt ihn daher kaum noch zu Gesicht. Und seine Tochter (Bronte Carmichael) nimmt sich überdies das schlechte Beispiel zum Vorbild und weiß selbst kaum noch, wie sie eigentlich kindlichen Spaß haben kann.

Ewan McGregor im Kampf gegen einen Huffelump in "Christopher Robin" © Walt Disney
Ewan McGregor im Kampf gegen einen Huffelump in “Christopher Robin” © Walt Disney

Lebensweisheiten von Winnie Puh

‘Ich bin ein Bär von sehr geringem Verstand’, sagt Winnie Puh wiederholt zu seinem Menschenfreund. Fürwahr wirkt der kleine Bär, stets auf der Suche nach Essen, etwas schlicht in seinem Gemüt. Doch wie in den Büchern und der Zeichentrickvorlage verstecken sich hinter seinen mitunter recht ungewöhnlichen Lebensweisheiten meist nicht nur lustige Sprüche, sondern wahrhaftige Aussagen, die uns zum Nachdenken anregen können. Und Christopher Robin trifft es an einer Stelle auf den Punkt: Winnie Puh mag ein Bär mit geringem Verstand sein, dafür aber ein Bär mit riesigem Herzen.

Natürlich darf niemand komplexe philosophische Auseinandersetzungen erwarten. Die Reflexionen verlaufen in einfachen Bahnen, denn in erster Linie ist und bleibt Christopher Robin ein Familienunterhaltungsfilm. Die tierischen Freunde sind niedlich und witzig, ihr Abenteuer in der Großstadt spaßig. Genauso ist der Film erwartungsgemäß recht vorhersehbar und vielleicht auch etwas mutlos in seiner narrativen Entwicklung. Hier muss ich gestehen, wenn ich den Vergleich ein letztes Mal heranziehen darf, dass Wenn Träume fliegen lernen durch sein Dramaanteil doch deutlich reifer und emotionaler ist. Aber Christopher Robin möchte das auch gar nicht sein. Und so liefert er das, was er soll: Ein lustiges Abenteuer für die ganze Familie.

Gelungene Inszenierung

Marc Forster kann dabei seine ganze Erfahrung als Regisseur ausspielen und fängt sowohl den Hundertmorgenwald als auch das London der Nachkriegszeit in schönen Bildern ein. Hervorzuheben ist hierbei auch der wunderbare, verspielte Soundtrack von Geof Zanelli und Jon Brion, der maßgeblich zu einer leichtfüßigen Stimmung des Films beiträgt und so die melancholische Atmosphäre gut kontrastiert. Als außerordentlich passend stellt sich zudem die Entscheidung heraus, Winnie Puh und seine tierischen Freunde im Prinzip wie zu Leben erwachte Stofftiere zu animieren. Das passt nicht nur wunderbar zur usprünglichen Vorlage, zeigte sich Autor A.A. Milne schließlich von den Kuscheltieren seines Sohnes inspiriert, sondern hat auch einen wunderbaren Einfluss auf die gesamte Atmosphäre des Films. Kurzum: Der Film wirkt in allen Belangen rund.

Fazit

Christopher Robin ist ein Feelgood-Movie (und ja, das sage ich bewusst trotz der düsteren Ausgangslage!) für die ganze Familie. Zugegeben, das mag nach klassischer PR-Beschreibung klingen, und eigentlich bin ich auch kein Freund von Phrasen dieser Art, aber treffender könnte man den Film kaum charakterisieren. Denn der Film mag eine melancholische Grundstimmung haben, bietet aber dennoch ein spaßiges Abenteuer mit zu erwartendem Happy End.

Das Ende ist vorhersehbar, die Botschaft alles andere als neu – doch das möchte sie auch gar nicht sein. Es ist zwar von Beginn an klar, wohin die Reise uns führen wird. Doch nichts anderes möchten wir als Zuschauer in diesem Fall sehen. Für die Kinder bietet Christopher Robin ein spaßiger Film mit den beliebten Figuren um Winnie Puh, Tigger und Co. Wir Erwachsenen hingegen können uns nur allzu gut in der Hauptfigur wiederfinden und müssen uns fragen: Wie viel Kind sind wir eigentlich geblieben?

Gepickt mit gleichermaßen simplen wie ungewöhnlichen Lebensweisheiten ist Christopher Robin ein witziges und niedliches Abenteuer, das uns (obschon nicht in allzu komplexen Bahnen) auch zum Nachdenken anregen kann.

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