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Das etruskische Lächeln

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Das etruskische Lächeln ist ein kleines Drama über die letzten Wochen und Tage im Leben eines alten Mannes, der wieder Kontakt zur Familie seines Sohnes aufnimmt.

TitelDas etruskische Lächeln
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieOded Binnun, Mihal Brezis
DrehbuchMichael McGowan, Michal Lali Kagan, Sarah Bellwood
GenreDrama
DarstellerBrian Cox, Thora Birch, JJ Feild, Rosanna Arquette, Tim Matheson, Josh Stamberg
Länge108 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihConstantin Film Verleih

Die Handlung des Films

Der alte Schotte Rory MacNail lebt seit seiner Kindheit auf Vallasay, einer Insel der Äußeren Hebriden im Nordwesten des Vereinigten Königreichs. Mitten im Nirgendwo verbringt er die Tage damit, im nahe gelegenen Atlantischen Ozean zu baden und Bier im Dorf-Pub zu trinken. Trotz dieser ruhigen Idylle ist es um seine Gesundheit immer schlechter bestellt, sodass ihm der befreundete Tierarzt den Rat gibt, seinen Sohn Ian sowie dessen Familie in San Francisco zu besuchen und sich dort von einem Humanmediziner durchchecken zu lassen. Der Knackpunkt: Vater und Sohn haben über 10 Jahre nicht mehr miteinander gesprochen. Doch weil Rory seinen alten Rivalen Campbell überleben möchte, mit dessen Familie die MacNails eine uralte Feindschaft verbindet, macht er sich widerwillig auf den langen Weg in die Staaten.

Entsprechend frostig und unbeholfen fällt dort das Wiedersehen aus. Während Rory sich in Behandlung begibt und keinen wirklichen Zugang zu Ian findet, baut er gleichzeitig ein inniges Verhältnis zu seinem Enkelsohn Jamie auf. Auch wenn dies die Eltern und Mutter Emily nicht immer gutheißen, weil sie in ihrer Kindererziehung auf moderne Erkenntnisse der Forschung zurückgreifen, lässt sich Rory nicht davon abbringen, einen echten Mann nach seinen Vorstellungen aus dem Enkel zu machen. Zudem entwickelt sich zwischen Rory und der Museumsverwalterin Claudia eine innige Liaison. Doch die Diagnose des Arztes fällt erschütternd und hoffnungslos aus, sodass Rorys Tage auf Erden definitiv gezählt sind…

Rory genießt die malerische Landschaft in seiner Heimat Schottland © 2018 Constantin Film Verleih GmbH
Rory genießt die malerische Landschaft in seiner Heimat Schottland © 2018 Constantin Film Verleih GmbH

Das etruskische Lächeln – die Botschaft im Titel

Was würdest Du tun, wenn Du todkrank wärst und nur noch eine begrenzte Zeit zu leben hättest? Das etruskische Lächeln gibt eine einfache wie klare und nahe liegende Antwort: Du verbringst Zeit mit Deiner Familie und den Menschen, die Du im Grunde Deines Herzens liebst. Im Fall von Rory sind das sein Sohn Ian, seine Schwägerin Emily und sein Enkel Jamie. Zudem stellt sich die Frage, mit welcher Haltung man abtreten möchte. Hier gibt der Film mit seinem Titel eine klare Botschaft vor. So erfährt Rory von seiner Bekanntschaft Claudia im Museum, dass die Etrusker sich ihre Toten lächelnd vor- beziehungsweise darstellten. Was der miesepetrige Schotte zu Beginn der Geschichte nicht verstehen kann, ist für Claudia kein Problem: “Kann man nicht lächelnd sterben?”

Doch ein versöhnlicher Abschied mit einem zufriedenen Ausdruck auf dem Gesicht ist für den raubeinigen, eigenwilligen und sehr nationalstolzen Rory natürlich eine schwierige Angelegenheit. So hat er es allem Anschein nach nie verkraftet, dass sein Sohn die malerische Heimat auf den Hebrideninseln verlassen hat und in die große Welt gezogen ist. Generell ist das Tischtuch zwischen den beiden zerschnitten. Warum? Das schafft der Film uns nie eingängig und verständlich zu schildern. Es scheint Rorys engstirnige Wertevorstellung gewesen zu sein, mit der er Ian von frühen Kindesbeinen an großziehen wollte. Dass er seinen Sohn damit vielmehr weg als in seine Arme getrieben hat, ist das traurige Resultat einer verkorksten Beziehung.

Rory baut schnell eine Beziehung zu seinem Enkelsohn Jamie auf © 2018 Constantin Film Verleih GmbH
Rory baut schnell eine Beziehung zu seinem Enkelsohn Jamie auf © 2018 Constantin Film Verleih GmbH

Nach 5 Minuten ist alles klar – und jetzt?

Das große Problem von Das etruskische Lächeln ist seine einfallslose Formelhaftigkeit, was den Aufbau und Verlauf der Geschichte anbelangt. So hangelt sich der Film an den altbekannten Dramenmotiven eines Todgeweihten entlang, der in Angesicht des nahenden Ablebens noch einmal die Beziehung zu seiner Familie korrigieren oder verbessern möchte. Nach 5 Minuten wissen wir, wie dieser Film ausgeht und können keine Spannung mehr erwarten. Dies ist aber zumindest nicht das Hauptziel eines Dramas. Menschliche Konflikte spürbar machen, Emotionen und Anteilnahme wecken – das soll das Genre schon eher leisten und hier liegt Das etruskische Lächeln sozusagen im Soll. Sofern der eine oder andere nicht schon nach der Exposition die Augen verdreht und den bekannten Weg mit den Figuren nicht mehr mitgehen möchte.

Absolut nicht zu bemängeln ist glücklicher- und entscheidenderweise die Hauptrolle. Diese verkörpert Brian Cox mit seiner ganzen, bis heute wohl noch nicht genug gewürdigten Klasse. Rory MacNail ist ein durch und durch stolzer Schotte. Er liebt sowohl seine Blutwurst als auch den Scotch und wählt zudem auch bei feierlichen Anlässen den Kilt als Beinbekleidung. Dass der quasi Einsiedler aus den schottischen Weiten plötzlich in einer Millionenstadt aufschlägt, macht den Film dadurch auch zu einer Art seichten Culture-Clash-Komödie zwischen Großstädter und Landei, wie sie beispielsweise vor drei Jahrzehnten durch Crocodile Dundee charmant aufgezogen wurde. Hieraus ergeben sich ein paar unterhaltsame Momente, die einen durchaus wohlwollend schmunzeln lassen.

Ian und Emily tun sich schwer damit, auf Rory zuzugehen © 2018 Constantin Film Verleih GmbH
Ian und Emily tun sich schwer damit, auf Rory zuzugehen © 2018 Constantin Film Verleih GmbH

…und noch ein bisschen Liebe darfs auch sein

Trotzdem erlaubt sich Das etruskische Lächeln insgesamt zu viele Klischees beziehungsweise verkürzt seine Figuren auf ungebührliche Stereotype. So sind Ian und seine Frau verbohrte Karrieremenschen, die nicht nur ihr eigenes (Berufs-)Leben durchkalkulieren, sondern auch ihr Kind Jamie mit eigenem Terminplan und speziellen Erziehungstechniken besonders optimieren wollen. Dass Rorys Sohn zudem unglücklich in seinem Beruf ist und sich nicht traut, seinen eigenen Kopf durchzusetzen, passt da wunderbar ins Gesamtbild.

Auch die Liebesgeschichte zwischen der Museumsangestellten Claudia und Rory wirkt wie ein leicht abrufbares Versatzstück, um der Thematik der letzten Lebenstage noch eine weitere Facette beizugeben. Diese schnell durcherzählte Liebelei ist zwar dank der großartigen Ausstrahlung von Rosanna Arquette durchaus erträglich. Allerdings trüben diese Einschübe den Blick auf das eigentliche Thema, das schwierige Familienverhältnis.

Diese Mehrschichtigkeit soll insgesamt dazu führen, dass der dahinscheidende Rory nicht nur die Vater- und Opafreuden (wieder) für sich entdeckt, sondern auch noch einmal lieben darf. Das ist nun wirklich des Guten zu viel. Das etruskische Lächeln hätte besser daran getan, tiefer in das Familienleben und seine beteiligten Figuren zu blicken, anstatt eine Fülle an Motiven abzuklappern. Dass Claudia übrigens am Ende nicht mehr dabei ist, zeigt doch letztlich ihren Stellenwert für die eigentliche Kernaussage des Films.

Auf seine alten Tage findet Rory in Claudia noch mal eine Geliebte © 2018 Constantin Film Verleih GmbH
Auf seine alten Tage findet Rory in Claudia noch mal eine Geliebte © 2018 Constantin Film Verleih GmbH

Fazit – Haben wir ebenfalls gelächelt?

Das etruskische Lächeln ist ein sehr formelhaftes, kleines Drama, das neben seinem großartigen Hauptdarsteller kaum etwas Spannendes zu bieten hat. Trotz des offensichtlichen Tränendrüsen-Potentials verzichten die jungen israelischen Regisseure in ihrem Debütfilm zumindest auf unnötig große Gesten und schmalzige Höhepunkte. Denn auch so berührt der Film auf emotionaler Ebene, allein wegen seiner so existenziellen Problematik. Wer ein paar Klischees nicht scheut und sich auf die Geschichte einlassen möchte, erhält zudem schöne Landschaftsbilder Schottlands und einen gefühlvollen Streicher-Score.

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