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Destroyer

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Nicole Kidman beweist in Destroyer Mut zur Hässlichkeit und mimt eine gebrochene Polizistin auf der Jagd nach einem skrupellosen Bandenführer. Ab dem 14.03.2019 kann man sich im Kino von ihrer außergewöhnlichen Darstellung überzeugen. Überzeugt der Crime-Thriller auch inhaltlich?

TitelDestroyer
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieKaryn Kusama
DrehbuchPhil Hay, Matt Manfredi
GenreAction, Thriller
DarstellerNicole Kidman, Sebastian Stan, Toby Kebbell, Tatiana Maslany, Scoot McNairy, Bradley Whitford, Toby Huss
Länge121 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihConcorde Filmverleih
Poster zu © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
Kinoplakat zu Destroyer © 2018 Concorde Filmverleih GmbH

Zurück in die Vergangenheit

Undercover-Jobs sind gefährlich und risikoreich. Vor 17 Jahren schleusten sich Erin Bell (Nicole Kidman) und ihre Kollege Chris (Sebastian Stan) in eine Gang aus Bankräubern ein, um diese Dingfest zu machen. Das führte zu einer Katastrophe, an der Erin noch Jahre später zu knabbern hat. Und das nicht zu knapp, denn sowohl psychisch als auch physisch ist sie nur noch ein dunkler Schatten ihrer selbst. Entfremdet von ihrer Familie, stößt sie auf eine Leiche, die den längst verjährten Fall wieder aufrollt. Mit der Aussicht auf Läuterung jagt sie den Geistern ihrer Vergangenheit in Form des ehemaligen Bandenführers Silas (Toby Kebbell) hinterher.

Schicksalsschlag ins Gesicht

Das Auto als Schlafplatz, Tabletten gegen die Schmerzen und die Kleider tagelang nicht gewechselt. Gleich in den ersten Minuten bekommt man ein gutes Gefühl dafür, wie es um die psychische und physische Beschaffenheit von Erin Bell steht. Das markanteste Merkmal daran ist ihr zerfallenes und verwüstetes Gesicht. Man muss schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass der große Hollywoodstar Nicole Kidman die Rolle der heruntergekommenen Polizistin verkörpert. Ähnlich wie schon bei Charlize Theron in Monster, sorgt das Zusammenspiel von Maske und schauspielerischer Klasse für eine authentische Transformation, hin zur entschönten Hässlichkeit. Dessen Wirkung sind sich der Film und die Regisseurin vollkommen bewusst, weshalb sie nicht müde werden, dies immer und immer wieder in den Vordergrund zu rücken. Wiederholt verharrt die Kamera sekundenlang auf das entrüstete und melancholische Gesicht. Anfangs mag das noch wirken, stört im Laufe des Films aber immer mehr und wirkt arg aufgezwungen.

Erin blickt nach vorne © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
Erin (Nicole Kidman) wird mit ihrer Vergangenheit konfrontiert © 2018 Concorde Filmverleih GmbH

Nicht nur optisch, auch inhaltlich steht der fortgeschrittene Zerfall von Erin Bells Persönlichkeit im Vordergrund. Mit ihrer schroffen Art eckt sie überall an und auch das Verhältnis zu ihrer Tochter ist mehr als zerrüttet. Dieser Ist-Zustand wird mit Rückblenden aus einst fröhlicheren Tagen angereichert, um ein konträres Bild aus Vergangenheit und Gegenwart zu zeichnen. Doch münden die Rückblenden letztendlich in dem einschneidenden Erlebnis, welches Erins Leben auf den Kopf stellen sollte. Dabei kämpft Destroyer mit seiner Glaubwürdigkeit und verpasst es, ein kohärentes und nachvollziehbares Charakterbild zu zeichnen. Die einzelnen Versatzstücke aus der Vergangenheit und den Handlungen besonders gegen Ende passen nicht hundertprozentig zusammen.

Kriminal-Thriller auf TV-Niveau

Nicole Kidman ist mit ihrer herausragenden Darstellung und dem Mut zur Hässlichkeit der große Dreh- und Angelpunkt von Destroyer. Doch abseits der persönlichen Schicksalsschläge umspinnt sich um sie eine Kriminalgeschichte um Betrug und Totschlag. Die in Rückblicken erzählte Undercover-Geschichte erinnert frappierend an Gefährliche Brandung, während Erin in der Gegenwart Silas Brotkrümeln folgt, um ihn Jahre später endlich zu stellen. Dabei wird versucht, um Silas einen Mythos aufzubauen und ihn als skrupellosen Antagonisten darzustellen. Das scheitert schon zu Beginn mit der zu gewollten Einführung der Gang und seinem ersten Auftreten auf einer harmlosen Home-Party. Wirklich angst- und respekteinflößend sind die Beteiligten dabei nicht. So verpasst man es, ein stimmiges Fundament für das actionreiche Finale zu legen.

Mutter und Tochter © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
Erin (Nicole Kidman) und ihre Tochter © 2018 Concorde Filmverleih GmbH

Bis dahin verfolgt man parallel Erins Schnitzeljagd nach Silas, die spannungstechnisch einem herkömmlichen TV-Krimi nicht wirklich überlegen ist. Die zwischen gestreuten Rückblenden und Szenen mit ihrer Tochter versuchen das Ganze zwar aufzulockern, doch entpuppt sich die zweistündige Untersuchung als schwermütige Kriminalkost. Einzig das Ende überzeugt noch mit einem Aha-Moment, der einen tendenziell positiver aus dem Film entlässt.

Mein Fazit zu Destroyer

Das Kinoplakat zeigt es schon und auch der Film stützt sich ständig darauf – Nicole Kidman als entschönte und heruntergekommene Polizisten ist das Alleinstellungsmerkmal des Films. Darauf liegt der Fokus, nicht nur von der Kamera. Ja, sie spielt die Rolle überzeugend und man muss wirklich zweimal hinschauen, um sie wiederzuerkennen. Doch man übertreibt es phasenweise mit dem Fokus und liefert abseits davon kaum spannendes Material. Denn wirklich fesselnd ist die Geschichte sehr selten und abgesehen vom Ende auch wenig überraschend. Letztlich ist Destroyer ein langatmiger und durchschnittlicher Thriller mit melancholischer Note, der sich allein auf seine Hauptdarstellerin stützt.

Erin (Nicole Kidman) © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
Erins (Nicole Kidman) Gesicht bekommt man häufig zu sehen © 2018 Concorde Filmverleih GmbH
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