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Far Cry 3

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Am 27. März erschien Teil 5 der Far Cry-Reihe. Eine Mischung aus Open World und Ego-shooter. Far Cry 3 ist wohl der berühmteste Ableger der Serie. Doch kann man sich rückblickend auf eine weitere Fortsetzung freuen?

SpielFar Cry 3
Jahr2012
PlattformPS3, Xbox 360, Microsoft Windows
AlterseinstufungUSK ab 18 freigegeben

Story von Far Cry 3

Zu Beginn wird uns mit Vaas die wohl interessanteste Figur in Far Cry 3 vorgestellt. Eine Verkörperung von Wahnsinn und Unberechenbarkeit. Diese bedrohliche Präsenz wird durch die Ego-Perspektive eures Protagonisten Jason Brody spürbar. Vaas genießt eure Gefangenschaft und die daraus resultierende Wehrlosigkeit. Euer Bruder Grant ist glücklicherweise militärisch ausgebildet und ihr erlebt dadurch eine Flucht aus dem Piratenlager in Form einer Trainingspassage. Der ängstliche Jason lernt anschließend Dorfbewohner kennen, die total waffengeil sind und euch ne Wumme anbieten. Danach mutiert eure Spielfigur auch sofort zum eiskalten Killer.

Das Open World in Far Cry 3 bietet zudem zahlreiche Aufgaben, die diese sinnlose Blutrünstigkeit unterstützen. Tiere mit vorgegebenen Waffen schlachten, ein Piratenanführer nur mit dem Messer eliminieren oder auf Möwen, die wie Tontauben fliegen, für Punkte schießen. Eine plakative Jahrmarktattraktion, die nirgends mit der ernstgemeinten Story in Verbindung steht. Nur selten bieten die Nebenaufgaben eine schlüssige Geschichte. Eure Freunde, die es zu retten gilt, wirken ebenfalls blass und stets absolut hilflos. Gegen Ende kommen wieder ein paar sauber erzählte Charaktere und einige nette Plottwists hinzu. Doch der am Anfang vermittelte Wahnsinn von Vaas ist abschließend nur noch unterhaltsames Explosionskino.




Spieldesign

Far Cry 3 ist deutlich anzumerken, dass mehr Vermarktung als Regie drin steckt. Eine offene freie Spielwelt verhält sich inkohärent mit einer linearen Aufgabenstruktur. Es gibt immer nur das eine Ziel. Wollt ihr es anders lösen, scheitert die Mission. Meistens darf noch das Vehikel ausgesucht werden, welches aber keinen erkennbaren spielerischen Unterschied aufzeigt.

Durch eine deutlich aufblinkende Markierung kommt zudem auch kaum Spannung auf. Und auch die Erkundungsreize sind mehr als armselig gestaltet. Statt irgendwas zu suchen, ist der Spieler nur mit dem Blick auf seinem Radar beschäftigt. Es wird alles angezeigt, ihr müsst nur hinlaufen und die Aktionstaste betätigen. Zwar sind Schätze und Trophäen anfangs nicht erkennbar und es müssen für jeweilige Gebiete Radartürme erobert werden, um eure Karte zu erweitern, jedoch sind die meisten Goodies lieblos platziert und absolut belanglos, sodass ein großer Fund nie wirklich ein Erfolgserlebnis in sich trägt.

Trotz der großen Spielwelt gibt es abseits der Hauptmissionen kein Ort, der in Erinnerung bleibt. Es gibt immer die gleichen Höhlen, Ruinen und Wälder mit irgendwelchen Tieren, die zu erlegen sind und Gräser zum sammeln. Überraschungen bleiben aus. Die größte Kreativität steckt noch in den Piratenlagern, die es zu erobern gilt. Zwar gilt hier auch, immer wieder alle Gegner zu neutralisieren, jedoch sind die Gegner clever platziert und die Kampfsituationen stets unterschiedlich. Hier könnt ihr zudem eine Vielfalt der errungenen Fähigkeiten eurer Spielfigur einsetzen. Die Erweiterung des Skill Tree und Inventars ist motivierend, da viele Eigenschaften nützlich sind und neue Aktionen dank eines ordentlichen Gameplays Spaß bereiten.

Gameplay

Was Far Cry 3 inhaltlich fehlt, holt es mit einer sauberen Spielbarkeit wieder raus. Die Fahrphysik verhält sich glaubwürdig, jede Mobilität steuert sich anders. Die zahlreichen Fähigkeiten geben immer wieder neue Aktionsmöglichkeiten. Das Schleichen wurde seit dem ersten Teil erkennbar verbessert, die einzelnen Takedowns mit der Machete, Machete plus Granate oder Machete in Kombination mit einem Wurfmesser machen viel Spaß. Fernkampf, Nahkampf oder Explosionswaffen lassen sich genauso vielfältig einsetzen. Brandschaden kann ebenfalls sehr effektiv sein, da sich Feuer ausbreitet und flächendeckend Gegner niedermäht. Im Großen und Ganzen sind die Sprengstoffkanonen dadurch auch sehr überpowert. Auch andere Waffen haben kein wirklich gutes Balancing und lassen den Schwierigkeitsgrad etwas zahm wirken. Ich persönlich musste von Mittel (Überlebender) auf Schwer (Krieger) umschalten, um das Spiel fordernder zu gestalten.

Grafik

Technisch wurde wieder alles richtig gemacht. Die Flora und Fauna ist detailreich geschmückt, die Animationen sehen lebendig aus. Der optische Leckerbissen in Far Cry 3 ist aber die Feuerphysik. Es sieht sehr authentisch aus, wie sich Flammen langsam im Gras ausbreiten und Hütten niederbrennen.

Das Schadensmodell muss dabei ebenfalls positiv erwähnt werden, da sich Fahrzeuge in kleinste Einzelteile zerlegen lassen. Licht-, Wasser- und Partikeleffekte haben ebenso hohes Niveau. Alles Super, wäre da nicht das etwas dürftige Leveldesign. Schon nach wenigen Spielstunden kommt es einem so vor, als hätte man den einen oder anderen Abschnitt schon mal gesehen. Einige Objekte in den Hauptmissionen stechen vielleicht noch hervor. Die restlichen Höhlen, Tempel, Hügel wirken wie ein liebloses Copy&Paste-Verfahren.

Das Spiel besteht aus zwei Hauptinseln. Auf der ersten Insel gibt es viele Wälder vorzufinden, bei der zweiten wurden die Bäume so gut wie weggelassen, damit es sich wie ein freies Feld anfühlt. Die Dörfer in Far Cry 3 haben jedoch den geringsten Aufwand abbekommen. Hütten stehen irgendwo rum, Bewohner wirken teilnahmslos und es kommt kein echtes Gefühl einer Zivilisation auf.

Fazit

Ubisoft liefert wieder eine bombastische Präsentation. Optik und Gameplay sind mehr als gelungen. Far Cry 3 versinkt jedoch in einem inhaltslosen Einheitsbrei. Ein Open World ohne große Erkundung. Eine Story, die sich spielerisch quer stellt. Ein Durchschnittstitel, dem die Seele fehlt.

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Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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Hallo, ich bin der Dennis und ich mag Kritiken. Eine Kritik sollte meiner Meinung nach in erste Linie ehrlich sein, um sich von der Allgemeinheit abzuheben, damit nicht nur der einfache Massengeschmack zufrieden gestellt wird. Durch den technischen Fortschritt sammelt sich heutzutage eine Masse an Filmen an und der große Anklang richtet sich hauptsichtlich auf Filme mit der teuersten Werbekampagne. Als Hobbykritiker ist es mir darum umso wichtiger den blinden Werbewahn zu unterbinden und mit mein filmischen Verständnis dem Leser oder Zuschauer einen klaren Gesamtblick zu verschaffen. Und falls meine Meinung unverständlich sein sollte, gibt es ja noch andere Kritiker da draußen, die ebenso den besten Filmgenuss für die Zuschauerschaft anstreben. Neben meiner Filmleidenschaft habe ich auch ein Faible für Gamekultur und es wäre mein größtes Interesse dieses junge Medium gesellschaftlich zu fördern.

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