Start Allgemein Fargo – Staffel 1

Fargo – Staffel 1

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Wann kommt der Mensch erst so richtig aus sich heraus? Was muss passieren, dass man sich entschließt nicht mehr länger der Schlappschwanz zu sein, für den einen alle halten…? Erfahrt es an Lester Nygaard (Martin Freeman) in Fargo – Staffel 1

Jahr2014
ProduktionslandVereinigte Staaten (U.S.A.)
IdeeNoah Hawley
ProduktionKim Todd, Chad Oakes, Michael Frislev
GenreKrimi, Drama
DarstellerBilly Bob Thornton, Martin Freeman, Allison Tolman, Colin Hanks, Bob Odenkirk, Joey King, Keith Carradine, Kate Walsh, Atticus Mitchell, Liam Green, Julie Ann Emery, Tom Musgrave, Rachel Blanchard, Joshua Close, Susan Park, Russell Harvard, Adam Goldberg, Oliver Platt, Glenn Howerton, Gary Valentine, Jordan Peele, Keegan-Michael Key
Länge68 Minuten (Pilotfolge), 47 – 63 Minuten (je Folge)
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihFox
Bluray-Cover zu Fargo - Staffel 1
Bluray-Cover zu Fargo – Staffel 1 aus 2014 von ©20th Century Fox Home Entertainment

The events depicted in this commentary are based on a crime that happened in 2014 in a series named Fargo.

At the request of the more sensitive people, the names were changed.

Out of respect for the truth, the rest of this commentary was told exactly as the series took place.

Oder

Warum Fargo eigentlich genauso gut über Nudelsalat erzählen könnte.

True Story in Fargo?

Colin Hanks in seiner Rolle des Gus Grimly in Fargo
Colin Hanks in seiner Rolle des Gus Grimly in der ersten Staffel Fargo von ©20th Century Fox Home Entertainment

“This is a true Story” hat mich und viele andere Zuschauer schon oft vor den Fernseher gezogen. Wenn man sich im Vorfeld nichts zu Fargo Staffel 1 anschaut, dann wird man auch ebenso gut überrascht. Denn, wenn die Handlung von Fargo Staffel 1 der Wahrheit entprechen würde, was gäbe es dann noch in der Welt, für das es sich zu sterben oder zu kämpfen lohnt?

 

Worum geht’s ?!

Keith Carradine und Billy Bob Thornton sitzen sich gegenüber in der ersten Staffel Fargo
Keith Carradine und Billy Bob Thornton sitzen sich gegenüber in der ersten Staffel Fargo aus 2017 von ©20th Century Fox Home Entertainment

Aber es ist eben ein genialer Kniff. In Folge 1 saß ich mit offenem Mund da, während ich Lester Nygaard (Martin Freeman) dabei zusah, wie er nicht einen verdammten Satz auf die Reihe bekam und seine Frau nach jahrelangem Frust zu Brei schlägt. Huch, dachte ich. Aber vor allem diese unbeholfene Stotterei von Lester. Und das nicht nur bei ihm, sondern auch bei Polizistin Molly Solverson (Allison Tolman) oder dem tollpatschigen Gus Grimly (Colin Hanks). Bis man auf das Worum gehts?! zu sprechen kommen kann, muss man zuallererst noch ein paar Sachen klären. Denn so einfach ist es in Fargo Staffel 1 nicht..

Kommunikationsprobleme in Minnessota…

Lester Nygaard (Martin Freeman) in Fargo
Lester Nygaard (Martin Freeman) in Fargo – Staffel 1 von ©20th Century Fox Home Entertainment

Es sind weniger erzählerische Gewohnheiten, die Noah Hawley in seinem Drehbuch erarbeitet, als viel mehr ein konsequentes Problem mit der Kommunikation. Der Handlungsort Minnesota verkommt zu einem zweiten Derry, wie man es aus Stephen Kings “IT” kennt. Keiner kann klar denken, alle sehen über Verbrechen und Morde hinweg, keiner möchte Krümel sammeln und einen Kuchen daraus machen. Vor allem nicht Bill Olson (Bob Odenkirk), ein leitender Ermittler in Minnesotta, der an Zweifeln nur so lange kein Interesse hat, bis es nicht mehr anders geht als wirklich zu handeln. Vielleicht der schlechteste aller Zeiten, aber irgendwie doch ein verdammt sympathischer Polizeichef.

Wer steht im Zentrum von Fargo Staffel 1 ?

Lester Nygaard steht im Zentrum von Fargo Staffel 1 und neben ihm der grandiose Auftragskiller und Meisterschauspieler Lorne Malvo (Billy Bob Thornton). Ist Lester Nygaard zu Anfang noch ein stottender, hilfsbedürftiger, kleiner Schwachkopf, der seinen eigenen Mann nicht stehen kann, macht er in Fargo Staffel 1 eine starke Entwicklung durch. In der Zwischenzeit profitiert Fargo von der erzählerischen Finesse aus Noah Hawley’s Drehbuch, das sich um die Veränderung durch die Zeit und Taten in den Köpfen der Menschen dreht. In Minnessota ist bisher nämlich nicht viel schlimmes passiert und plötzlich sollen ein paar Morde alle aus der Komfortzone rauslocken? Das kann nicht angehen…besonders nicht für den sympathischen Polizeichef..

Martin Freeman und Kate Walsh in Fargo
Martin Freeman und Kate Walsh in Fargo – Staffel 1 von ©20th Century Fox Home Entertainment

Und zum anderen ist da natürlich noch dieser geniale schwarze Humor, den Hawley nicht nur einmal auf die Spitze treibt.  Dafür gibt es natürlich ein sehr passendes Beispiel. Man schaue sich die Szene an, in der sich Lester Nygaard ein Paar Socken kaufen möchte, aber mit einer Doppelläufigen Schrotflinte wieder nach Hause kommt. Der Humor sitzt und passt sich mühelos jeder Handlungsform in Fargo Staffel 1 an.

Was ist eigentlich mit den mysteriösen Morden? Nun, der eigentliche Fall rückt mehr und mehr in den Hintergrund, auch wenn er Spuren im Schnee hinterlässt..Die Ermittlungen aller Behörden laufen zur meisten Zeit im Kreis, das Problem mit der Kommunikation, dem Auslassen wichtiger Hinweise und den verschiedenen Ansichten und Komfortzonen der Figuren hindert alles und jeden daran, dem eigentlich Fall, einer brutalen Mordserie in Minnessota, auf die Schliche zu kommen.

Die Entwicklung in Fargo Staffel 1

Erst nachdem der Fall für einige Zeit auf Eis gelegt wird, entwickeln sich die Figuren ins Positive. Molly Solverson tritt ein paar Schritte zurück, erfährt, was Liebe bedeutet und Lester Nygaard wird kurzerhand zum Verkäufer des Jahres. Innerhalb der 10 Folgen der ersten Staffel machen alle Charaktere eine starke Entwicklung durch. Erst nachdem sie mit dem Bösen konfrontiert worden sind, entwickeln sie sich langsam zu einer Gegenfront, die endlich Bereitschaft und emotionale, wie auch kommunikative Stärke zeigt. Sie werden reifer, kälter und entschlossener. Bis auf Lorne Malvo hat bis dahin nämlich keiner auch nur einen Schritt mit kalter Berechnung und Präzision gemacht. Lorne Malvo (der Auftragskiller) ist unantastbar, denn seine Kommunikation und Sprache funktioniert fabellos. Im Gegensatz zu allen anderen Charakteren ist er das Genie, obwohl er das kaltblütige Schwein sein müsste.

Lorne Malvo (Billy Bob Thornton) in Fargo - Staffel 1
Lorne Malvo (Billy Bob Thornton) in Fargo – Staffel 1 aus 2014 von ©20th Century Fox Home Entertainment

Der Spannungsbogen in Fargo Staffel 1

Danach nimmt die Handlung mehr an Fahrt auf, denn die Charaktere hören langsam auf mit ihrer Stotterei und fassen Mut. Bisher kam mir noch keine Serie unter die Augen, die das so entschlossen und lückenlos hinbekommen hat. Und natürlich spielen viele andere Faktoren, wie der gute Score und das Bild eine große Rolle. Aber in diesem Kommentar soll es, wie es die ersten Zeilen vielleicht schon vorgeheuchelt haben, vor allem um das Problem mit der Kommunikation gehen. Um die Wahrheit. Die ersten Zeilen meines Kommentares meinten es damit eben genauso Ernst, wie Noah Hawleys Zeilen, die in jeder Folge zu Beginn über den Bildschirm flimmern. Nämlich nicht ganz so ernst…. 😉

Das Problem mit der Kommunikation möchte ich aber dennoch zum Schluss nochmal etwas näher erläutern. Festmachen kann man dieses an einer speziellen Situation, in der beispielsweise Lester Nygaard vor Detective Molly Solverson sitzt und sich dermaßen schlecht und unbeholfen mitteilt, dass Molly nichts von dem versteht, was Lester sagen möchte. Einerseites ist Lester vor allem in den ersten Folgen schlicht nicht imstande sich zu erklären, auf der anderen Seite kann Molly als Empfänger der Kommunikationssituation uminterpretieren, umdeuten und verdächtiges Handeln unterstellen. Die ersten Folgen von Fargo könnte man in weiten Teilen als einzige Kommunikationsstörung bezeichnen.
Die Entwicklung von Lester zeichnet sich dadurch aus, dass er es später ist, den man nicht mehr durchschaut. Er findet plötzlich für alles eine Ausrede, setzt alles auf eine Karte und teilt sich klar mit. Er ist ein vollkommen anderer Mensch geworden, wenn auch nicht im guten Sinne.

Kleines Fazit

Fargo ist eine kommunikationsfreudige Analyse der menschlichen Spezies, die sich vor allem in puncto Darstellung und Charakterentwicklung einen Namen gemacht hat. Stark!

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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© 20th Century Fox Home Entertainment

3 KOMMENTARE

  1. Die erste Staffel fand ich damals auch herausragend! Leider hat mich die zweite Staffel dann nicht mehr so abgeholt, habe nach ein paar Folgen irgendwie nicht mehr weitergeschaut. Hat jemand bereits Season 3 geschaut? Die interessiert mich insbesonder wegen Ewan McGregor. Kann man die verstehen, ohne die zweite gesehen zu haben? Dürfte doch bestimmt wieder eine eigene, abgeschlossene Handlung haben, oder?

    • In wenigen Tagen wird passend dazu noch ein Review zur zweiten und dritten Staffel erscheinen. Die zweite fiel bei mir auch eher durch, war aber nicht schlecht gemacht. Aber die dritte war wieder grandios, wie ich finde ..:-)

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