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Ein kleiner, unscheinbarer Indipendent-Film der einen förmlich vom Sitz fegt. Grenzwertig, brachial, sexistisch, eklig und wahnsinnig witzig. Das fällt mir zur besten Komödie seit längerem ein. “Fikkefuchs”

Titel Fikkefuchs
Jahr 2017
Produktionsland Deutschland
Regie Jan Henrik Stahlberg
Drehbuch Jan Henrik Stahlberg, Wolfram Fleischhauer
Genre Komödie
Darsteller Jan Henrik Stahlberg, Franz Rogowski, Susanne Bredehöft, Thomas Bading, Jan Pohl, Frédéric Vonhof
Länge 101 Minuten
FSK Ab 16 Jahren freigegeben
Verleih Alamode Film
Filmplakat von "Fikkefuchs" ©Alamode Film
Filmplakat von “Fikkefuchs” ©Alamode Film

Story

Es gab mal eine Zeit, da konnte Rocky sie alle haben. Er spielte französische Chansons und die Frauen schmolzen dahin. Das ist zwar längst vorbei, aber als Thorben vor seiner Tür steht, wird er noch einmal herausgefordert. Der junge Mann, der behauptet sein Sohn zu sein, weiß nicht, wie man Frauen flachlegt und Rocky soll es ihm beibringen. So gehen sie auf die Jagd: junge, schöne Frauen sollen es sein…die nur auf sie gewartet haben.

"Fikkeduchs" von ©Alamode Film
“Fikkeduchs” von ©Alamode Film

Cast

Der ehemalige “größte Stecher von Wuppertal”, namens “Rocky” wird verkörpert von Jan Henrik Stahlberg. Seine größten Zeiten sind längst vorbei, doch nichts desto trotz geht er weiterhin mit seinen platten Anmachsprüchen hausieren. Stahlberg fungiert sowohl als Hauptdarsteller, als auch als Drehbuchautor und Regisseur. Sein Durchbruch gelang ihm 2004 mit Muxmäuschenstill.

Seinen Sohn, den pornosüchtigen “Thorben”, welcher gerade aus einer psychiatrischen Anstalt geflohen ist, gibt Franz Rogowski. Er erhofft sich alle Tricks und Aufreißerstrategien seines Vaters zu lernen, von denen seine Mutter ihm sein Leben lang berichtete. Rogowski steht seit 2007 auf den Bühnen von Berlin, Hamburg, Brüssel und München. Seit 2009 spielt er immer öfter in Filmen mit, so etwa in Victoria oder Tiger Girl.

Susanne Bredehöft in "Fikkefuchs" von ©Alamode Film
Susanne Bredehöft in “Fikkefuchs” von ©Alamode Film

Schauplätze

Gedreht wurde in der deutschen Hauptstadt Berlin. Es gibt diverse Aufnahmen in Eck-Kneipen, Supermärkten, einem Hotel, einem Puff und natürlich in “Rocky’s” Wohnung.

Berliner und auch Leute, die öfter dort sind, werden sicherlich den ein oder anderen Spot erkennen.

"Fikkefuchs" mit Franz Rogowski und Jan Henrik Stahlberg von ©Alamode Film
“Fikkefuchs” mit Franz Rogowski und Jan Henrik Stahlberg von ©Alamode Film

Form

Generell ist “Fikkefuchs” eher ruhig gehalten. Lange Aufnahmen, die auch das ein oder andere mal die Komik der Szenerie einfangen und wirken lassen. Dazu öfter Nahaufnahmen um auch die Gestik und Mimik der Protagonisten gut abbilden zu können.

Gefilmt wird entweder mit der “normalen” Kamera oder dem Smartphone von Thorben. So entsteht eine große Nähe.

Der Sound ist ebenfalls melancholisch und unterstreicht die innere Zerrissenheit der beiden.

Die Outfits bedienen so ziemlich jedes Klischee. Der alternde Frauenheld mit seiner Lederjacke und sein Sohn mit wild zusammengewürfelten Klamotten.

"Fikkefuchs" mit Franz Rogowski von ©Alamode Film
“Fikkefuchs” mit Franz Rogowski von ©Alamode Film

Hintergrund

Jan Henrik Stahlberg ist sowohl Hauptdarsteller, als auch Regisseur und Drehbuchautor. Das hat er bereits in “Muxmäuschenstill” so gehalten.

Um den Film genauso kompromisslos und mitunter politisch inkorrekt, wie er ist, umsetzen zu können, realisierten die Macher ihn ohne Fördergelder und TV-Beteiligung. Stattdessen wurde eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne ins Leben gerufen.

Für eine möglichst realistische Erzählung, haben sich die Macher in diversen Bordellen umgesehen und sich auch mit echten Pick-up Artists unterhalten.

“Fikkefuchs” feierte seine Weltpremiere auf dem Filmfest München 2017 in der Reihe “Neues deutsches Kino”.

"Fikkefuchs" mit Jan Henrik Stahlberg ©Alamode Film
“Fikkefuchs” mit Jan Henrik Stahlberg ©Alamode Film

Genre & Fazit

Zuerst möchte ich erwähnen, dass meine Erwartungen alles andere als hoch waren, als ich mir “Fikkefuchs” angesehen habe. Ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn ich 4-5 mal gelacht hätte. Es kam anders.

Der Film lief in einem recht kleinen Saal, wir waren ca. 25 Leute. Von Beginn an wurde laut gelacht. Und das bis zum Ende. Es gibt keine längeren, ruhigen Momente, an denen man durchschnaufen kann, sondern es folgte ein grenzwertiger Kommentar nach dem anderen.

Der Streifen ist wirklich am Limit und viele würden wohl nach wenigen Minuten am liebsten den Saal verlassen, oder tun das einfach. Doch es ist genau mein Humor. Ich wurde selten so gut, so lange und so dauerhaft unterhalten. Meinen Nebenleuten ging es übrigens genau so.

Die Figuren sind so perfekt erzählt und übertrieben, dass man schon deshalb schmunzeln muss. “Fikkefuchs” bewegt sich ständig am Rand zur Psychose, aber schafft es doch, die Grenze mit einer gehörigen Portion Charme stets nicht zu überschreiten. Jedenfalls für mein Empfinden.

“Fikkefuchs” zu sehen, war eine der besten Entscheidungen meiner Filmkarriere und eine absolut positive Überraschung!

 

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© Alamode Film

1 KOMMENTAR

  1. Mir ging es ganz anders. Ich konnte mit dem Film überhaupt nichts anfangen und bin auch irgendwann aus dem Film mental ausgestiegen, weil ich mich mit den Figuren so gar nicht identifizieren kann. Es fällt mir prinzipiell schwer, wenn ich an den Figuren nicht ein einziges liebenswertes Detail entdecke. Ich glaube, FIKKEFUCHS ist ein Love-it-or-hate-it-Film und bei mir es definitiv eher Letzteres.

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