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Insidious 4 – The Last Key

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Mit Insidious 4 – The Last Key geht die beliebte Horror-Reihe um besitzergreifende Dämonen in die nächste Runde. Dunkle Räume, Jump Scares und schrille Soundeffekte – alles bleibt beim Alten. Aber kann diese Formel noch überzeugen?

TitelInsidious 4 – The Last Key
Jahr2018
ProduktionslandUSA/Kanada
RegieAdam Robitel
DrehbuchLeigh Whannell
GenreHorror
DarstellerLin Shaye, Leigh Whannell, Angus Sampson, Kirk Acevedo, Caitlin Gerard, Josh Stewart, Tessa Ferrer, Bruce Davison
Länge103 Minuten
FSKab 16 Jahren
VerleihSony Pictures Germany

Plot

Als die Parapsychologin Elise Rainier noch ein Kind war, konnte sie schon Kontakt zu den Geistern aufnehmen. Doch ihren Vater verunsicherte diese Gabe so sehr, dass er sie immer wieder verprügelte, wenn sie begann, über dieses Thema zu sprechen. Auch ihren kleinen Bruder ängstigte die Fähigkeit von Elise sehr.

Im Hier und Jetzt erreicht Elise ein Anruf von einem Mann aus New Mexico. Dieser bittet sie um dringende Hilfe, da ihn unheimliche Vorfälle in seinem Haus in den Wahnsinn treiben. Wie sich herausstellt, lebt er in Elises altem Elternhaus. Damit verknüpfen sich Vergangenheit und Gegenwart und führen zu Elise bisher persönlichstem und schmerzhaftesten Fall. Denn die Dämonen aus alten Tagen scheinen immer noch aktiv zu sein…

Das offizielle Filmposter von Insidious 4 - The Last Key ©Sony Pictures Germany
Das offizielle Filmposter von Insidious 4 – The Last Key ©Sony Pictures Germany

Sequel oder Prequel?

Beides! In Insidious und Insidious: Chapter 2 besuchte Elise die Familie Lambert, um erst deren kleinen Jungen Dalton zu helfen und schließlich auch Vater Josh von seinen Dämonen zu befreien. Mit Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang entschieden sich die Macher dazu, die Figur der Elise Rainier selbst in den Mittelpunkt zu stellen. Sie erzählten eine Geschichte aus ihrem Leben als Parapsychologin, bevor sie die Familie Lambert traf. Insidious 4 – The Last Key ist nun ein Sequel, denn es spielt nach den Ereignissen von Teil 3 und handelt von einem weiteren übernatürlichen Erlebnis aus Elise Vergangenheit. Allerdings spielt die Geschichte von Teil 4 eben auch vor Elises Aufeinandertreffen mit der Familie Lambert. Daher ist dieser Film also auch ein Prequel. Alles klar?

Fan-Service statt Innovation

Was können wir noch von einer Grusel-Reihe erwarten, nachdem Mastermind und Schöpfer James Wan sich weitestgehend zurückgezogen hat und auch sein Vertrauter Leigh Whannell nicht mehr die Regie, sondern nur noch das Drehbuch übernimmt?

Die Antwort lautet: unmotivierten Fan-Service! Denn es gilt: “the show must go on”, solange dieses Franchise weiterhin die Kassen klingeln lässt und Millionen abwirft. Künstlerisch betrachtet ist Insidious 4 – The Last Key eine Nullnummer. Altbekannte Muster wie die stilprägenden Jump Scares mit überlautem Tusch prasseln weiterhin gebetsmühlenartig auf den Zuschauer ein. Gehört man erstmal zu den etwas abgehärteteren Zuschauern, so fällt der Blick hinter diese Fassade fast ins Leere. Denn die narrative Verknüpfung dieser häufig platzierten Schockszenen ist ein uninspiriertes Ärgernis. Ständig laufen Figuren alleine durch das Setting, in diesem Fall das alte Familienhaus von Elise, um sich meist im Keller von irgendeiner Bedrohung in die Mangel nehmen zu lassen. Das schmeckt in seiner Eindimensionalität und Fließbandartigkeit schon stark nach Geisterbahn auf dem Rummelplatz. Die durchgetakteten Schreckmomente lassen vor allem Neueinsteiger in die Reihe nur noch vage erahnen, was dieses Franchise mal ausgezeichnet hat.

Gemeinsam mit Tucker sucht Elise im Keller nach dem Dämon ©Sony Pictures Germany
Gemeinsam mit Tucker sucht Elise im Keller nach dem Dämon ©Sony Pictures Germany

Solange man noch drüber lachen kann…

Was den unübersehbaren Humor des Films angeht, so verhält sich Insidious 4 – The Last Key gewissermaßen wie Star Wars 8 – Die letzten Jedi zu seinen früheren Teilen. Aus dem Augenzwinkern und den lockeren Sprüchen werden penetrant eingestreute Gags, die die aufgebaute Stimmung über ein angemessenes Maß hinaus wieder auflösen. Tucker und Specs, die beiden Kollegen von Elise, werden zu hängengebliebenen Nerd-Klischees degradiert, die sich natürlich nicht sozial angemessen verhalten können. Als sie beide um ein Mädchen konkurrieren, lässt Leigh Whannell seine selbst gespielte Figur und die von Angus Sampson zu einer einzigen Peinlichkeit verkommen. Natürlich kann man diese Gags milde ablächeln, wenn sie nicht so zahlreich wären und darüber hinaus nicht so offenkundig wäre, dass der Film mit diesen Szenen fehlende Spielzeit auffüllt. Fans sollen natürlich die bekannten Gesichter wiedersehen, was vordergründig erst einmal schnell Vertrautheit schafft. Da das Stammpersonal allerdings nur noch aus Elise und zwei minderbemittelten Sidekicks besteht, ist der Spielraum für große Momente und Querverweise denkbar klein.

Da war ja noch was Gutes

Bei aller Ideenlosigkeit, was die Inszenierung von Regisseur Adam Robitel und das Drehbuch von Leigh Whannell angeht, so punktet Insidious 4 – The Last Key dennoch mit seiner Protagonistin bzw. Hauptdarstellerin. Allerspätestens mit diesem Film sollte jedem Zuschauer klar sein, dass Lin Shaye mit der Figur der Elise Rainier die Rolle ihres Lebens gefunden hat. Einerseits wirkt die mittlerweile schon über 70-jährige körperlich zerbrechlich. Das nutzen auch die Macher des Films für sich, indem sie ihren in die Jahre gekommenen Körper zusätzlich mit unzähligen Narben verzieren. Andererseits ist all das, was sich als Ausdruck in Shayes Gesicht abspielt, ungebrochen kraftvoll. Ob sie sich mutig den Dämonen entgegenstellt oder die neu aufgerollte Trägodie ihrer Familie betrauert – wir als Zuschauer fühlen jederzeit mit ihr und wollen sie bis zum Schluss der Geschichte begleiten.

Elise muss sich einem Dämon aus ihrer Kindheit stellen ©Sony Pictures Germany
Elise muss sich einem Dämon aus ihrer Kindheit stellen ©Sony Pictures Germany

Fazit

Mit zwei zugedrückten und schmerzenden Augen lässt sich Insidious 4 – The Last Key als einigermaßen versöhnlicher Abschluss der Vorgeschichte um das Medium Elise Rainier bezeichnen. Gegenüber dem ersten Prequel Insidious: Chapter 3 – Jede Geschichte hat einen Anfang punktet dieser Film sogar mit einer deutlich persönlicheren Geschichte, indem er seine immer noch schillernde Hauptfigur auch folgerichtig in die Mitte seiner Erzählung stellt. In allen anderen Belangen ist dieser dritte Aufguss der ursprünglichen Erfolgsformel sehr enttäuschend. Auch Fans der Reihe dürften diesem Teil wohl nur etwas abgewinnen können, weil sie die Figuren lieben und sich noch einmal Appetit auf die früheren, deutlich besseren Filme holen möchten. Leider droht uns dank des Kassenerfolgs von Insidious 4 – The Last Key wohl noch eine Fortsetzung.

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Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
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2 KOMMENTARE

  1. Oh Gott, diese schrecklichen Witze waren der wahre Horror. Die Sprüche waren wirklich sehr, sehr peinlich. Und leider kommt der Dämon Key Face viel zu kurz, der wenigstens noch wirklich gruselig aussieht. Das Ende des Ganzen war mir zu einfach gelöst. Hab das Gefühl, dass die Autoren einfach faul waren…

    • Die Reihe wirft leider immer noch gut Kohle ab. Da wird Fortsetzung an Fortsetzung gedreht…Fand Key Face auch gut, hatte Potential, die Idee, wie er seinen Schlüssel einsetzt an den Menschen (will nicht spoilern) fand ich grandios. Naja am Ende gibts dann das gleiche Probleme wie bei fast jedem Gruselfilm: Wie tötet man einen Geist? Da wird dann irgendwas gerufen oder so und das wars dann…:D Und man kann eine über 70-jährige auch nicht in eine Kampfszene stecken.

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