Start Filme Komödie Interview zu “Das schönste Mädchen der Welt”

Interview zu “Das schönste Mädchen der Welt”

TEILEN

Movic Freakz im Interview mit Aron Lehmann zu “Das schönste Mädchen der Welt”

TitelDas schönste Mädchen der Welt
Jahr2018
ProduktionslandDeutschland
RegieAron Lehmann
DrehbuchLars Kraume, Judy Horney, Aron Lehmann
GenreKomödie
DarstellerAaron Hilmer, Luna Wedler, Damian Hardung, Jonas Ems, Julia Beautx, Sinje Irslinger, Hussein Eliraqui, Heike Makatsch, Anke Engelke
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihW-film Distribution
Filmplakat zu "Das schönste Mädchen der Welt"
Filmplakat zu “Das schönste Mädchen der Welt” © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Worum geht es in dem Film Das schönste Mädchen der Welt?

Der 17-jährige Cyril (Aaron Hilmer) ist ein intelligenter, einfühlsamer aber auch schlagfertiger junger Mann. Leider wird sein Dasein durch eine große Nase erschwert, die immer wieder für Spott sorgt. Damit hat sich Cyril arrangiert. Er erträgt seine Außenseiterstellung. Er kompensiert sie durch Battle-Rap. Versteckt hinter einer Maske und so für jeden unkenntlich, mischt er als geheimnisvoller Unbekannter die Hip-Hop Szene mächtig auf und schickt seine Battle-Gegner regelmäßig mit seinen Rhymes als Verlierer von der Bühne. Sein Talent, mit Worten umzugehen bringt ihn bald in eine schwierige Lage. Denn das schönste Mädchen der Welt taucht auf und setzt sich auch noch neben ihn. …

Interview mit Aron Lehmann

Vielen Dank für Ihre Zeit und als erstes herzlichen Glückwunsch zu diesem wirklich klasse Film. Ich hatte so viel Spaß, als ich ihn gesehen habe.

Vielen Dank, das freut mich total.

Und mir brennt eine Frage sehr unter den Fingernägeln. Stehen Sie selbst auf Rap Musik? Oder mussten Sie sich für den Film damit anfreunden und bekannt machen.

Nein, in meiner Jugend in den 90ern, da war Oldschool angesagt: Ice Cube, Wutang Clan, diese Sachen. Dazu haben wir schöne breite Hosen getragen. Aber diese moderne Hip-Hop Musik und diese ‘Battles’ – da musste ich mich tatsächlich reinhören.

Doch das liebe ich an meinen Beruf, dass einem immer wieder andere Türen geöffnet werden zu neuen Leben, Milieus, Geschichten und man zu allem immer einen Zugang finden darf. Es ist kein Müssen, sondern ein Dürfen. Das ist etwas Wunderschönes. Diesmal konnte ich mich einfach nochmal wie ein Teenager fühlen.

Cyril (Aaron Hilmer) als Gewinner im Battle
Cyril (Aaron Hilmer) als Gewinner im Battle © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Ich musste auch sehr viel an meine eigene Jugend denken. Wie viele Parallelen haben Sie denn gefunden in der Geschichte zu Ihrer eigenen Jugend, außer der Musik?

Ich glaub die Parallele, die einfach jeder von uns hat und das hat mich sofort gepackt bei diesem Drehbuch, ist die erste große Liebe. Ich wollte schon lange einen Film über die erste Liebe machen, weil es meiner Meinung nach die kompromissloseste Liebe ist.

Ich liebe auch die Zeilen in dem Lied, das Lied von Cyril, wo er singt: „Meine erste und letzte große Liebe“ und so fühlt sich das beim ersten Mal auch an.

Das ist einfach das, was auch über diese Zielgruppe Jugend hinaus einfach die Menschen – die Herzen erreicht. Weil das ein Gefühl ist, das schon immer da war. Seit Tausenden von Jahren verlieben sich junge Menschen das erste Mal und sind mit all diesen existenziellen Gefühlen plötzlich mitten in ihrem Leben umgerissen… und das liebe ich. Das hat mich sofort gepackt und das wollte ich unbedingt erzählen. Und das ist auch das, was mich von meiner eigenen Jugend so interessiert hat: Die erste große Liebe – mich daran zu erinnern.

Genau da gingen zwei meiner anderen Fragen hin. Ich habe nämlich überlegt, warum Sie die Jugend gewählt haben. Sie hätten es ja auch auf Erwachsene adaptieren können, also die Urgeschichte (Anm. der. Redaktion: Das Drehbuch basiert auf der Geschichte von Cyrano de Bergerac), sozusagen. Ich habe überlegt, warum sie die Jugend gewählt haben.

Ich bekam dieses Drehbuch ja angeboten. Ich habe es ja nur überarbeitet und es war schon eine Jugendgeschichte als ich es bekommen habe. Was ich daran aber so toll fand, war, es gibt einfach große archetypische Stoffe: Wie Romeo und Julia zum Beispiel oder Hamlet. Und ich find es sind alles Stoffe, die es einfach verdienen, wieder für die junge, neue Generation jedes Mal für JEDE Generation neu übersetzt zu werden.

Letztendlich ist auch „König der Löwen“ ganz klar von Hamlet inspiriert. Das trägt der Film jedoch nicht vor sich rum, aber natürlich ist es Hamlet. Es ist eine große archetypische Geschichte, übersetzt für ein junges Publikum. Es sind diese großen Stoffe wert und da sehe ich auch Cyrano de Bergerac. Das ist einfach eine Geschichte, die auch so viele Menschen kennen und nachvollziehen. Selbst wenn man Cyrano de Bergerac selber nicht kennt, kommt einem doch die Geschichte bekannt vor. So eine Geschichte wieder für ein junges Publikum zu entdecken, das fand ich großartig.

Ja, das stimmt. Damit haben Sie genau das getroffen, was ich empfunden habe, dass dieses Thema zeitlos ist.

Was war denn in ihrer Jugend Thema? Wurden Sie zum Beispiel auch gemobbt, oder mal kurzzeitig? Haben Sie es mal erlebt, dass sich komplett alle über Sie lustig gemacht haben?

Ja, das habe ich erlebt. Ich bin ‚Zugezogener‘ auf einem Dorf. Ich habe den Dialekt nicht gesprochen. Wir waren immer die ‚Zugezogenen‘. Dann war ich auch der einzige aus dem Dorf, der aufs Gymnasium gegangen ist. Das lag jetzt nicht daran, dass ich der Klassenbeste war, aber ich bin – glaub ich – aus der Generation, wo noch durchgerechnet wurde: „Naja, wenn du aufs Gymnasium gehst, kannst du studieren oder fängst du gleich etwas Gescheites an?“ Es war eigentlich üblich, auf die Realschule zu gehen und Abiturienten galten als überheblich. Ich habe es schon zu spüren gekriegt. Nicht überall, aber oft genug.

Ich hatte eine Phase in meinem Fußballverein, wo ich plötzlich die Welt nicht mehr verstanden habe, was plötzlich alle gegen mich hatten. Ich konnte es mir nicht erklären. Und diese Hilflosigkeit, wenn sich plötzlich scheinbar alle gegen dich verschwören und du in den Spiegel guckst und dich fragst: „Was ist falsch an mir? Was habe ich wem getan?“ Dann nicht weiter zu wissen. Das habe ich erlebt und gleichzeitig habe ich auch erlebt, wie ich mich wieder zurückgebissen und rein gekämpft habe und dann schließlich auch einfach wieder integriert wurde.

Ich glaub, das war mir so wichtig bei meinem Cyril. Auch wenn er Mobbingopfer ist, stellt er kein Opfer dar. Er hat einen Weg gefunden, damit umzugehen. Er selber ist eigentlich sein größtes Hindernis und das muss er lernen in dieser Geschichte.

Das hat er auch sehr gut verkörpert. Er war für mich zu keiner Zeit ein Opfer. Er musste aushalten und genau das hat er getan.

Er war stark und hat auch eine sehr starke Familie im Hintergrund. War das bewusst so gewählt? Die Beziehung zu der kleinen Schwester, die taffen Eltern. Klar, dass das hilft, aber geht es nur so? Was ist, wenn die Familie nicht so stabil ist?

Das kann ich so nicht beantworten. Ich glaub, das ist auch total individuell.

Anja (Anke Engelke) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH
Anja (Anke Engelke) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Eltern können einen nicht ein Leben lang behüten und davor bewahren, was im Leben auf einen zukommt. In der Pubertät, wo man sich eigentlich in der Abnabelung befindet und trotzdem dankbar ist, dass man ab und zu noch Kind sein darf.

Das fand ich schön zu erzählen und für mich ist die Mutter eine – auch wenn es eine kleine Figur ist- eine ganz wichtige und zentrale Figur und die Überbringerin der Botschaft. Die Eltern sind ja eigentlich sein Blick in die Zukunft, wie es gehen kann. Dass vielleicht Äußerlichkeiten keine Rolle spielen, dass er den Menschen finden wird, den er braucht und will in seinem Leben. Die Eltern zeigen eine Zukunftsperspektive, einen Hoffnungsschimmer, dass alles gut werden wird in seinem Leben. Wenn er keine Angst davor hat, er selbst zu sein. Die Mutter sagte es ja so schön: „…Weil du intelligent bist und witzig – und das ist eine Schönheit die nicht vergeht.“

Vater Bernd (Heiko Pinkowski), Cyril (Aaron Hilmer) und Philippa (Amelie Elisa Klein)
Vater Bernd (Heiko Pinkowski), Cyril (Aaron Hilmer) und Philippa (Amelie Elisa Klein) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Ich fand sie auch sehr präsent. Sie war total da. Das fand ich ganz toll. Wie haben sie sich denn für genau diese Schauspieler entschieden?

Wir haben mit Daniela Tolkien und Franziska Schlattner gecastet, die ja auch Fack ju Göhte gecastet haben. Daher wusste ich, dass sie ein Näschen für junge Talente hat. Und in dem Alter hat man nunmal keine ausgebildeten Schauspieler.  Die Kids sind alle zwischen 17-19 Jahre gewesen als wir mit ihnen gedreht haben.

Für so ein Projekt sucht man vor allem Talente, also muss man breit suchen. Wir wollten für unsere Hauptrollen das Nonplusultra finden und darum herum stark besetzen. Wir haben losgelegt und haben Luna Wedler als Geheimtipp bekommen. Sie hatte noch nie etwas Deutsches gemacht zu diesem Zeitpunkt. Sie sprach ein gutes Hochdeutsch, aber man hörte schon die Schweizerin durch.

Sie hatte bisher nur schweizer-deutsche Sachen gedreht, aber auf einem Niveau, dass uns gleich überzeugt hat. Solche Talente findet man nur alle 10 Jahre. Ich glaube, dass dieses Mädchen ein Ausnahmetalent ist.

Auch Aaron Hilmer (Cyril) und Damian Hardung (Rick) zähle ich dazu. Ich habe die Demobänder und Arbeiten von ihnen gesehen und hatte mir die beiden innerlich schon gewünscht. Beim Casting haben beide ihre Demobänder nochmal total bestätigt.

Cyril (Aaron Hilmer) und Rick (Damian Hardung)
Cyril (Aaron Hilmer) und Rick (Damian Hardung) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Dann haben wir uns um die weitere Besetzung gekümmert. Für gute Side Kicks und Nebenfiguren haben wir bewusst bei Youtubern gesucht. Wir suchen junge Talente, Menschen, die gerne vor der Kamera stehen, die Lust haben, sich darzustellen und natürlich sind sie Marketing-technisch relevant. Sie mussten sich natürlich trotzdem im Casting beweisen und auch das Ergebnis ist klasse geworden. Eine Win-Win Situation.

Benno (Jonas Ems)
Benno (Jonas Ems) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Das brauchen wir nicht klein reden, dass sie für uns Marketing – technisch auf jeden Fall einen Effekt haben. Aber auch für Jonas Ems und Julia Beautx ist es auf jeden Fall ein ernstzunehmender Schauspielschritt. Die wissen auch, dass ihre Youtube Karriere nicht ewig so weiter geht. Sie wissen ja nicht, wie lange Youtube noch läuft. Irgendwann ist Youtube Facebook und dann geht keiner mehr hin. Sie wollen sich auch weiterentwickeln und so war das natürlich eine tolle Situation und ich finde Jonas macht das super als Bösewicht. Die Rolle war nicht einfach
und er hat da eine wirklich gute Leistung gezeigt. Er hat Schauspielcoaching bekommen und sich richtig reingehangen.

Lissi (Sinje Irslinger) und Titti (Julia Beautx) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH
Lissi (Sinje Irslinger) und Titti (Julia Beautx) © Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

Es war schön zu sehen, wie die zusammen gewürfelte ein Ensemble wurde. Da gab es keine Eitelkeiten, sondern da gehörten einfach alle zusammen und das ist auch immer noch so. Es ist sehr schön, wenn wir alle zusammenkommen.

Das klingt fantastisch. Dann haben sie ja eine Besonderheit bei ihrem Dreh, dass sie gerne ein Improvisations-Take machen lassen, wo die Schauspieler einfach nochmal ‚frei Schnauze‘ loslegen dürfen. Hat das auch was mit den jungen Talenten zu tun, oder woher kommt die Intention dazu? Ich find das ganz spannend. Woher, Warum, Wieso?

Ich glaube der Gag ist eigentlich, einfach nur die Angst davor zu nehmen, sich zu sehr den Kopf zu machen: „Was sollte ich jetzt nochmal als Nächstes machen und wie war mein Text?“ Ich sage immer: „Jetzt machen wir nochmal eine Freie.“ So können die Schauspieler loslassen. Es nervt mich, wenn ich das Gefühl habe, der Schauspieler denkt nur darüber nach: „Ist es jetzt das, was der Regisseur will?“ Dafür brauch ich keine Schauspieler. Ich will Schauspieler, die die Rollen an sich reißen und diese übersetzen. Natürlich sollen sie verstehen, wo ich hinwill, aber auch ihre eigenen Fähigkeiten mit einbringen und es dadurch reicher machen. Die Freie ist dafür da, wieder eine Lockerheit reinzubringen und Verkrampfungen zu lösen.

Das Interessante ist: So improvisiert ist es häufig dann gar nicht. Es bringt einfach nochmal die Natürlichkeit zurück. Fühlt sich das gerade sinnvoll an, was ich da mache. Nein, eigentlich würde ich doch dies oder das machen. Die Schauspieler sollen eher ihren Impulsen folgen. Ich weiß nicht, ob Sie Kohlhaas oder die Verhältnismäßigkeit der Mittel gesehen haben, wo ich ja durchaus viel mit Improvisation gearbeitet habe, aber eben Improvisation anhand eines Drehbuches.

Ich glaube, das ist einfach wichtig, um authentische Charaktere zu erzählen. Dass man sich nicht zu sehr ins Drehbuch und in den Zeilen verbeißt, sondern einfach rauslässt und zulässt was kommt, auf seine Intuition hört und ich glaube, dann kann es einfach wunderschön, natürlich, spontan und authentisch wirken. Deswegen versuche ich immer wieder so etwas abzuschütteln und gerade jungen Schauspielern die Angst davor zu nehmen, dass sie irgendetwas falsch machen könnten. So arbeite ich grundsätzlich auch mit älteren Schauspielern. Da sag ich immer: Mach nochmal wie du es gerne machen willst.

Okay und haben sie schon in ihrer Jugend angefangen, sich für Filme und fürs ‚Filme machen‘ zu interessieren? War das von Anfang an Ihr Ding?

Ja tatsächlich, ohne dass ich jetzt den Berufswunsch hatte. Ich bin Sohn eines Buchhändlers und bin mit Geschichten aufgewachsen und habe sehr früh gemerkt, dass ich einfach wahnsinnig gerne Geschichten erzählen will. Dass es diesen Beruf gibt, da habe ich überhaupt nicht darüber nachgedacht. Und es fing erstmal an, dass ich geschrieben habe und geschriebene Märchen mit Freunden als Hörspiel aufgenommen habe. Sobald ich schreiben konnte, saß ich an der Schreibmaschine. Und dann ging das weiter, da war ich 12-13 Jahre, da hat ein Onkel von mir einen Camcorder mitgebracht, so einen alten mit Hi-8 Videokassetten. Ich habe meine Cousins eingespannt und dann haben wir damit einen Film gedreht.

Ich wusste ja auch nicht, dass es Schnittprogramme gibt, ich dachte, das ist alles mit einem Take gedreht und dachte: „Uhh, das ist ganz schön knifflig, weil das Bitte und Danke darf ja nicht drauf sein. Man muss im richtigen Moment einschalten und wieder ausschalten.” Es waren quasi alles ‚Eintaker‘ und so direkt aneinander gedreht, dass der Film sofort fertig war, nachdem wir fertig gedreht hatten. Können Sie mir da folgen? Mit 12 Jahren habe ich meinen ersten Film gemacht. Mit 18 Jahren habe ich mir zum ersten Mal ein Schnittprogramm besorgt und mein erster Gedanke war: Gut, dann ist es jetzt einfach.

Das habe ich übrigens irgendwann zurückgenommen. So einfach war es dann doch nicht. Aber dieser Wunsch war sehr früh da. Ich habe mit 17/18 Jahren begriffen, dass es einen Beruf gibt, der Regisseur heißt und habe mich bis zum Abitur durchgequält, weil ich wusste, dass ich es für die Filmhochschule benötige. Es war für mich sehr schnell klar, als ich das Abitur in der Tasche hatte, wo ich hin will. Dann habe ich erst ein paar Jahre beim Film gearbeitet, dann habe ich mich an Filmhochschulen beworben und an der HFF „Konrad Wolf“ hat es dann tatsächlich geklappt.

Und Kameramann reicht eben nicht, weil Sie die Geschichte selbst erzählen wollen?

Genau ja, das haben Sie schon bemerkt. Die Fäden möchte ich gerne selbst in der Hand halten. Das war auch die schwerste Übung an der Hochschule, zu verstehen: Ach so, du musst die Kamera jetzt abgeben. Wenn man erstmal alles alleine macht, fällt es ja wahnsinnig schwer, abzugeben und gleichzeitig ist es dann die größte Befreiung. Ich wollte das immer machen und bin unglaublich glücklich, dass ich das jetzt hauptberuflich machen darf.

Sie sind ja echt gut durchgestartet nach so ein paar ‚Kurzfilmen‘ ging es ja dann gleich gut los mit Kohlhaas und Die letzte Sau.

Da kann ich tatsächlich nicht meckern. Thorsten Merten hat mir mal gesagt: “Weißt du, meine Erfahrung ist, es sind nicht die Talentiertesten, die es schaffen, sondern die Fleißigsten.“

Das habe ich mir sehr zu Herzen genommen. Ich wusste einfach, es wollen so viele Regisseur werden. Ich wusste, ich muss die ersten 4 Jahre einfach Vollgas geben, sonst werde ich den Fuß da nicht in die Tür kriegen.

Es war eine wahnsinnig tolle Zeit und ich war fleißig. Dann noch ein bisschen Talent dazu und dann hatte ich auch noch Glück. Da brauchen wir auch nicht diskutieren. Im richtigen Moment am richtigen Ort zu sein, das ist Glück und dafür muss man zu 100 % bei der Sache sein und eben Vollgas geben.

Wir können uns irgendwann mal in Ruhe unterhalten, wie ich zu Highway to Hellas kam, der für mich ein wichtiger Schritt war. Jetzt bin ich einfach wahnsinnig glücklich, dass ich von diesem Beruf leben und meine Miete bezahlen kann. Es ist mein Beruf und nicht nur mein Hobby. Und das find ich toll.

Das ist schön. Ich hätte mich jetzt nicht getraut, Sie zu fragen, wieviel davon jetzt Glück ist. Aber die Frage hatte ich tatsächlich auch hier stehen. Fleiß ist überall der Schlüssel, man muss es mit Herzblut machen.

Ich glaube Fleiß bedeutet einfach, dass man die Fläche vergrößert, wo der Tropfen Glück darauf fallen kann. Fleiß alleine reicht einfach nicht, aber je fleißiger du bist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die entscheidende Begegnung am richtigen Tag auch irgendwo stattfindet.

Ich glaub einfach nicht, dass wenn du einfach nur in einem Berliner Café sitzt und einen Kaffee trinkst, dass dann plötzlich ein Produzent reinstolpert und dich anguckt und sagt: “Hey, du bist der neue Detlef Buck”.

Es bleibt einfach harte Arbeit und dann hat man vielleicht Glück.

Aber dann hat man es selbst geschmiedet, auf jeden Fall.

Meine letzte Frage ist noch zu ihrem aktuellen Projekt. Was wird es und wann dürfen wir es bewundern?

Es gibt aktuell zwei Projekte, über die ich jedoch noch nicht viel sagen darf.

Projekt 1 ist eine Serie, die ich sowohl als Autor und auch als Regisseur betreue. Da geht es jetzt in die Buchentwicklung…. und ich hoffe, dass wir auch zeitnah drehen.

Projekt 2 ist eine Romanadaption, wo wir auch am Drehbuch arbeiten. Ich hoffe, dass es bald an die Finanzierung geht, denn da würde ich auch gern bald vorankommen.

Beides sind Stoffe, die ich mit meinem Autorenpartner Carlos V. Irmscher geschrieben habe und die mir daher besonders am Herzen liegen. Es sind zwei Stoffe, die ich selber geschrieben hab.

Aber es kommen auch andere Anfragen rein, von denen ich mich gerade einfach überraschen lasse. Mal sehen, wo mich der Zufall hinführt und welche Geschichte dort auf mich wartet.

Da freu ich mich drauf.

Das glaub ich, dass Sie das auch können.

Man kann es sich auch einfach nicht aussuchen. Das muss man sagen.

Aber ich denke, wenn man da offen ist und Lust darauf hat, kommen auch Sachen zu einem.

Total… Absolut.

Super, ganz ganz vielen lieben Dank für Ihre Zeit und für die tollen Antworten.

Aron Lehman: Vielen Dank fürs schöne Gespräch.

Die letzte Sau
8 Bewertungen
Die letzte Sau*
von Indigo
Prime Preis: € 8,00 Jetzt auf Amazon kaufen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Highway to Hellas
148 Bewertungen
Highway to Hellas*
von Warner Home Video
Prime Preis: € 6,00 Jetzt auf Amazon kaufen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

© Nadja Klier/TOBIS Film GmbH

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here