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Madiba

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Seit dem 5. Dezember ist Madiba auf Blu-ray und DVD im Handel erhältlich. In sechs Folgen erzählt die Miniserie die lange Lebens- und Leidensgeschichte des Freiheitskämpfers Nelson Mandelas im Kampf gegen die Apartheid und für ein gerechteres Südafrika.

TitelMadiba
Jahr2017
ProduktionslandUSA
RegieKevin Hooks
DrehbuchAvie Luthra, Jane Maggs, Nigel Williams, Janine Eser, Greg Beer, Paul Webb, Kathleen McGhee Anderson
GenreBiografie, Drama
DarstellerLaurence Fishburne, Orlando Jones, David Harewood, Michael Nyqvist, Terry Pheto, Jason Kennett, Kate Liquorish, Hlomla Dandala
Längeca. 270 min (6x 45 min)
FSKab 12 Jahren freigegeben
Verleihjustbridge entertainment
Blu-ray Cover von "Madiba" © justbridge entertainment
Blu-ray Cover von “Madiba” © justbridge entertainment

Nelson Mandela zählt zweifellos zu den bedeutsamsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Sein Einsatz gegen die rassistische Gesellschaftsordnung in Südafrika führte nach jahrzehntelangem Gefängnisaufenthalt letztlich zur Abschaffung der Apartheid. Das Leben und Wirken des charismatischen Mannes mit dem eisernen Willen wurde bereits in mehreren Spielfilmen dargestellt. So zuletzt in Mandela – Der lange Weg zur Freiheit mit Idris Elba in der Rolle des südafrikanischen Freiheitskämpfers. Nun also widmet sich gleich eine Miniserie den Ereignissen. Dementsprechend hat Madiba natürlich auch um einiges mehr Zeit, um die lange Geschichte zu erzählen.

Madiba – Es gibt viel zu erzählen

Und doch wirkt die Erzählung zu Beginn irgendwie hektisch. Von den Kindheitstagen springen wir rasch in Mandelas Anfänge als Anwalt, seine erste Ehe kommt und geht gleichermaßen ohne eine Chance auf narrative Entfaltung wie der erste Hochverratsprozess gegen die Mitglieder des ANC. Seltsam unausgegoren wirken die ersten Folgen noch, eine wirkliche Verbindung zum Gesehenen aufzubauen, fällt schwer.

Nelson Mandela (Laurence Fishburne) in Stammestracht auf der Anklagebank in "Madiba" © justbridge entertainment
Nelson Mandela (Laurence Fishburne) in Stammestracht auf der Anklagebank in “Madiba” © justbridge entertainment

Dies ändert sich schließlich ab der Hälfte. Die Zeit des Gefängnisaufenthalts markiert nicht nur einen Wendepunkt im Leben Nelson Mandelas, sondern auch in der filmischen Struktur der Serie. Nun beginnt Madiba zugänglicher zu werden. Die Szenen, in denen Nelson Mandela mit seinem Charme und Charisma beginnt, sich unter den Gefängniswärtern beliebt zu machen, gehören sicherlich zu den stärksten der Serie.

Solide Inszenierung, verschenktes Potenzial?

Ingesamt bleibt Madiba jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Solide inszeniert erzählt die Serie zwar schnörkellos die Lebensgeschichte des Freiheitskämpfers, ohne jedoch emotional wirklich mitreißen zu können. Meist wirkt das Gezeigte wie – wenn auch gut produzierte – nachgestellte Szenen einer Dokumentation. Als ZuschauerIn erwartet man regelrecht eine Unterbrechnung für die Interviews von Zeitzeugen und Historikern.

Mandela (Fishburne) wehrt sich gegen rassistischen Wärter in "Madiba" © justbridge entertainment
Mandela (Fishburne) wehrt sich gegen rassistischen Wärter in “Madiba” © justbridge entertainment

Leider kann auch Laurence Fishburne nicht dazu beitragen, eine solche Wahrnehmung der Serie entscheidend zu verbessern. Das mag zum einen an der Auslegung der Rolle in den Drehbüchern liegen, denn Nelson Mandela wird hier allzu sehr stilisiert dargestellt, als der Held (der er natürlich auch ist, keine Frage). Dabei werden jedoch innere und äußere Konflikte, die ein Drama erst so wirklich interessant gestalten, nicht genügend ausgenutzt. Mandelas “Scheitern” als Familienvater wird nur angedeutet und der Umschwung von einer Bewegung, die Gewalt kategorisch ablehnt, zu einem militanten Flügel, der auch vor Bombenattentaten nicht zurückschreckt, wird allzu rasch nach kurzer Debatte abgenickt. Ich denke, hier hätte es deutlich mehr Potenzial gegeben, um den Charakter Mandelas und seinen inneren Kampf angesichts dieses Dilemmas zwischen Überzeugung und Pragmatismus zu zeigen.

Laurence Fishburne als Nelson Mandela

Doch auch Fishburne selbst vermochte mich in der Rolle des Nelson Mandela nicht so sehr zu überzeugen. Rein optisch wirkte es schon wenig glaubwürdig, dass der doch etwas in die Jahre gekommene und fülligere Laurence Fishburne den jungen, athletischen Mandela spielen sollte, der regelmäßig seinen Laufsport brauchte und sich im Boxkampf betätigte. Schauspielerisch konnte er überdies nicht die Charismatik und die Überzeugungskraft des Freiheitskämpfers hinreichend gut darstellen. Für die Zuschauerinnen und Zuschauer bleibt es – vom inhaltlichen abgesehen – nur schwer fassbar, warum die südafrikanische Freiheitsbewegung so sehr von Mandela abhängig war. Da bleibt Laurence Fishburne einfach etwas profillos. Ich sehe Fishburne an sich ganz gerne, und auch in Madiba spielt er grundsolide – ob das jedoch ausreicht, um einen Mann wie Nelson Mandela zu verkörpern, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Michael Nyqvist als Premierminister Südafrikas in "Madiba" © justbridge entertainment
Michael Nyqvist als Premierminister Südafrikas in “Madiba” © justbridge entertainment

Fazit zu Madiba

Die Epsioden wirken bisweilen wie die nachgestellten Szenen einer Dokumentarserie. Als solche betrachtet, kann Madiba jedoch durchaus überzeugen. Denn obschon die ersten Folgen noch etwas sprunghaft erzählt sind, bietet das Serienformat natürlich ausreichend Zeit, die Lebensgeschichte Nelson Mandelas und seinen Kampf gegen die Apartheid hinreichend darzustellen. Als Dramaserie funktioniert Madiba leider weniger überzeugend. Die Episoden sind grundsolide inszeniert – mehr aber auch nicht. Nur selten kann die Serie wirklich emotional packen, das Konfliktpotenzial wird meist zugunsten einer stilistischeren Darstellung Mandelas zurückgestellt. Lehrreich ist die Serie jedoch allemal. Wer also seine Bildungslücken bzgl. der Geschichte Mandelas und der Apartheid schließen möchte, findet in der ausführlichen Darstellung dieser Miniserie sicherlich keine schlechte Möglichkeit, dies zu tun.

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Mir gefällt die intellektuelle Selbstbezeichnung als Cineast eigentlich nicht, da in ihr, wie ich finde, immer ein gewisses Maß an Arroganz mitschwingt. Jemand nannte mich mal augenzwinkernd "cinephil", was ich eigentlich ganz nett und passend fand, doch an und für sich kann man auch einfach schlicht sagen, ich schaue gerne Filme. Darüber hinaus teile ich offenkundig anderen Menschen auch gerne meine Meinung über das Gesehene mit - ob sie nun wollen oder nicht. MovicFreakz.de bietet mir dabei die Möglichkeit, insbesondere Personen aus der Gruppe der Freiwilligen zu erreichen, die ebenso gerne Filme schauen wie ich und an meiner Meinung (und der Meinung der anderen Autoren) interessiert sind. Ein bevorzugtes Genre habe ich dabei nicht, obwohl ich natürlich das eine mehr, das andere wiederum etwas weniger präferiere, das ist doch ganz normal. So kann ich mit Komödien und reinen Actionfilmen in der Tat weniger anfangen, auch wenn Ausnahmen in diesen Gattungen die Regel bestätigen. Ich lege großen Wert auf Charaktere und deren glaubwürdige Zeichnung und möchte emotional berührt und zum Nachdenken angeregt werden. Zu meinen Lieblingsfilmen zählen Werke wie "Pans Labyrinth" und "The Prestige" ebenso sehr wie "2001" oder "Der schmale Grat".

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