Start Allgemein News: “True Detective” Regisseur dreht “Bond 25”

News: “True Detective” Regisseur dreht “Bond 25”

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Nach einem Monat des Bangens können Bond-Fans nun aufatmen: Das 25. Abenteuer des Doppelnullagenten hat nun wieder einen Regisseur und einen Starttermin. Cary Joji Fukunaga ist der Glückliche, der Daniel Craigs letzten Bond-Einsatz inszenieren wird. Die Dreharbeiten sollen im Frühjahr 2019 beginnen, rund ein Jahr später soll “Bond 25” mit geringer Verspätung in die Kinos kommen.

Beinahe genau einen Monat ist es her, dass Kultregisseur Danny Boyle (Trainspotting) bei Bond 25 überraschend seinen Regieposten räumte (wir berichteten). Der Streifen, dessen Dreh bereits für Winter diesen Jahres anberaumt war, stand aber damit nicht nur plötzlich ohne Regisseur, sondern auch ohne ein Drehbuch da. Mit Boyle verabschiedete sich nämlich ebenfalls dessen langjähriger Co-Autor John Hodge.

Vier Wochen lang wurde spekuliert, welche “kreativen Differenzen” genau zum Zerwürfnis zwischen dem Autorenfilmer-Duo, den Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson sowie Hauptdarsteller Daniel Craig geführt hatten. Zusätzlich fachte Boyles Abgang auch natürlich die Gerüchte um mögliche Nachfolger prompt wieder an. Ebenso kursierten Vemutungen, dass Daniel Craig durch die Verzögerung überhaupt nicht mehr für seine große Abschiedsvorstellung in die Rolle schlüpfen würde.

Doch das hat nun ein Ende. Wie schon zuvor, meldete sich das Gespann Craig/Wilson/Broccoli gestern über den offiziellen Twitter-Account des 007 Franchises zu Wort und sorgte dabei erneut für Verwunderung.

Wochenlang tummelten sich auf der offiziellen Shortlist die Namen Yann Demange (White Boy Rick), Jean-Marc-Vallée (Dallas Buyers Club), David McKenzie (Hell Or High Water) und Edgar Wright (Baby Driver). Sie alle galten als aussichtsreiche Ersatzmänner und standen hoch im Kurs bei den Buchmachern weltweit. Zeitweise wurde sogar mit Lynne Ramsay (A Beautiful Day) erstmals eine Regisseurin für einen Bondfilm ins Spiel gebracht.
Letzten Endes konnte aber jemand vollkommen anderes den begehrten Regiestuhl von Bond 25 schlussendlich ergattern: Cary Joji Fukunaga.

Cary…wer?

Nicht wenige dürften sich bei diesem Namen, den die Verantwortlichen da so plötzlich aus dem Hut ziehen, einigermaßen verständnislos am Kopf kratzen. Zugleich dürften aber zumindest einige Serienfans bei der Erwähnung mehr als nur hellhörig werden. Denn der gebürtig aus Oakland stammende Kalifornier ist vor allem für eines bekannt: True Detective.

Obgleich der Erfolg des HBO-Crimedramas zumeist Serienerfinder Nic Pizzolatto zugeschrieben wurde, hatte Cary Fukunaga einen erheblichen Anteil am Endergebnis. So übernahm dieser bei allen acht Episoden der ersten Staffel die Regie, was im Fernsehen als unüblich gilt. Besonders ins Gedächtnis brennen konnte sich bei Zuschauern wie Kritikern Fukunagas mehrminütige, nervenaufreibende Plansequenz ohne erkennbare Schnitte. Nicht umsonst wurde Fukunaga für eben diese Episode mit dem Primetime Emmy ausgezeichnet.

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https://www.youtube.com/watch?v=GmhS_IYnjcA

Überraschend ist die Wahl aber dennoch. Denn eben durch True Detective ist Fukunaga auch als recht eigenwilliger Filmemacher bekannt geworden, der während der Produktion öfters mit Showrunner Pizzolatto aneinander geriet.
Hinzu kommt, dass er zwar mit seinem Frühwerk Sin Nombre, der Literaturverfilmung Jane Eyre sowie dem Kriegsdrama Beasts of No Nation bereits erste Kinoerfahrungen mitbringt, sich aber ebenso schon einmal mit einem Studio überworfen hat.

Bis 2015 war Cary Fukunaga nämlich Drehbuchautor und Regisseur der Neuverfilmung von ES. Wegen “kreativer Differenzen” verließ er jedoch kurz vor Drehstart die Stephen King-Verfilmung und wurde durch Andy Muschietti ersetzt. Die genaueren Umstände sind dabei denen für Danny Boyles Ausstieg gewiss nicht unähnlich. Auch Fukunaga schwebte ein unkonventionellerer, ambitionierter Ansatz vor, Kings Kultroman auf die Leinwand zu bringen, der bei Warner Bros. aber auf weniger Gegenliebe stieß. Nach drei Jahren intensiver Arbeit am Drehbuch blieb Fukunaga und seinem Co-Autor Chase Palmer aber zumindest noch ein Autorencredit im Vorspann des Films.

Bond 25: Altes Drehbuch, neuer Kinostart

Ein Streitpunkt von Danny Boyle und den Bond-Produzenten scheint aber nun zumindest aus dem Weg geräumt zu sein. Wie bereits schon länger vermutet, greifen die Verantwortlichen nun offenbar doch auf das ursprüngliche Skript für Bond 25 zurück. Dieses stammt einmal mehr von Robert Wade und Neal Purvis.

Das Autorenduo lieferte seit seit Die Welt ist nicht genug von 1999 – also seit annähernd 20 Jahren – die Drehbücher zu allen folgenden Bondfilmen. Das für Bond 25 soll auch bereits fertig gewesen sein, als es dem von Danny Boyle und John Hodge offenbar hatte weichen müssen.

Neu ist aber auch der bereits offiziell angekündigte Kinostart. Und das in mehrerlei Hinsicht. Wie nicht anders zu erwarten, wird es nicht möglich sein, den geplanten Drehbeginn im Dezember noch einzuhalten. Daniel Craig wird bereits ab Oktober für den Whodunit-Thriller Knives Out von Rian Johnson (Star Wars: Die letzten Jedi) vor der Kamera stehen (wir berichteten).  Nach bisherigen Informationen soll dann aber wohl bereits im März 2019 die erste Klappe für Bond 25 fallen.

Nun verhält es sich beim Bond-Franchise bekanntlich so, dass die Produktion etwa genau ein Jahr vor Kinostart anläuft. Doch da dies sich nun verzögert, wollen die Macher offenbar die Tradition der Reihe schlechthin brechen. Statt im November will man den Film nun am 14. Februar in die Kinos bringen. Pünklich zum Valentinstag.

In jedem Fall könnte es, nach all dem Hickhack hinter den Kulissen, schließlich doch noch ein etwas anderer Bondfilm werden, der da auf uns zukommt. Schließlich handelt es sich nach dem ersten Franchise-Jubiläum mit Skyfall um das mittlerweile 25. Abenteuer des Doppelnullagenten.

Ob es wohl wirklich nur reiner Zufall ist, dass ausgerechnet heute die heiß erwartete Netflix-Serie Maniac an den Start geht (wir berichteten), darf bezweifelt werden. Für das US-Remake des norwegischen Originals fungierte, wie schon bei True Detective, für alle zehn Episoden als Regisseur Cary Joji Fukunaga. Eines ist aber sicher: spätestens jetzt dürfte sein Name nicht nur in aller Munde, sondern auch dauerhaft ein Begriff sein.

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