Start Allgemein Song der Woche: GUNSHIP – Tech Noir

Song der Woche: GUNSHIP – Tech Noir

579
0
TEILEN

Legt Eure Kassetten ein, spult sie zurück, setzt Euch auf die Couch und reist mit Gunship zurück in die 80er.

Ein Magnetband voll Nostalgie

In den späten 90ern habe ich viele Wochenenden, damit zugebracht mit meinem Cousin Videos zu gucken. Die Videos unserer Wahl waren damals 80er-Actionstreifen,von Rambo 1-3 bis zur City Cobra. Natürlich schreibe ich hier von Videokassetten, den magischen drei Buchstaben, VHS. Diese klobigen Plastikrechtecke, mit Magnetbändern in ihrem Inneren entführten uns in spannede Abenteuer on demand.

Vorspulen, zurückspulen und beten, dass es zu keinem Magnetbandsalat kommt, waren Routine. Silvester Stallone tötet Kommunisten, Credits – Werbung – Vorspulen – Freddy Krüger killt Johnny Depp – Vorspulen und schon macht Jean Claude Van Damme aus irgendeinem Grund einen Spagat. Das sind gute Erinnerungen, aber die Epoche der VHS hatte ich trotzdem lange vergessen.

Synthesizer-Schlacht

Dann stolperte ich vor zwei Jahren über die Band GUNSHIP (Alex Westaway, Dan Haigh, Alex Gingell). Genauer gesagt über ihren Song Fly for your life mit dem ein Animationsfilm polnischer Medienstudenten unterlegt war. Im Video liefern sich zwei Kampfpiloten des Zweiten Weltkrieges über einer Berglandschaft eine Luftschlacht. Währenddessen ertönt eine Ballade über Liebe und die Freiheit des Himmels auf den engelsgleichen Tönen eines Synthesizers.

Wow! Das war catchy-as-fuck. Der Song brachte mich dazu, mir das Album von GUNSHIP zu besorgen, welches ganz schlicht ebenfalls Gunship heißt. Ein Titel darauf erregte bei mir besondere Aufmerksamkeit – Tech Noir. Schon in den ersten Sekunden ertönt John Carpenters Stimme persönlich und berichtet, als eine Art letzte Aufzeichnung der Menschheit, vom nahenden Untergang der Welt.

Superkräfte durch VHS-Konsum

Carpenters Worte:”I’m not sorry, we had it coming.”, erzeugen bei mir noch immer Gänsehaut. Es folgt ein kleines Duett zwischen einer Sängerin und einem Sänger auf melancholischen Retrobeats. Schließlich veröffentlichte die Band ein Musikvideo zu Tech Noir, das die Stimmung des Songs zu 100 % erfasst.

Ein Typ, auf seiner Couch, sieht sich einen Videofilm an. In diesem sucht eine Stopmotion Knetmassefigur im radioaktiven Ödland seine Geliebte. Doch die Geliebte wird von einer fiesen Raiderbande entführt. Im Film können sich die Protagonisten Videokassetten in ihre Brust stecken und erhalten dadurch Superkräfte aus den entsprechenden Film. So verteilt der Held als Robocop Kopfschüsse oder schlägt Rockys harte Rechte. Leider kontert auch der Anführer der Raider mit solchen Fähigkeiten und bedient sich der Macht alter Horrorfilme.

Damit es dennoch zu einem Happy End kommt, greift schließlich der Zuschauer vor seinem Videorekorder ein und rettet die Geliebte des Helden mit der Macht seiner eigenen VHS-Sammlung.

Ein ganzes Genre zum Entdecken

Selten war ein Musikvideo so prall angefüllt mit Referenzen an die Filme der 80er-Jahre: Robocop, Alien, Rocky, Die Klapperschlange, um nur einige zu nennen. Das Szenario selbst erinnert an John Carpenters Streifen, dessen Filme damals ebenfalls besten Synthiesound boten. GUNSHIPs Stil lässt sich dem Genre des Synthwave bzw. retrowave zuordnen. In dieses Genre fallen auch Künstler wie Kavinsky, dessen Musik nicht zuletzt durch den kongenialen Song Nightcall im Film Drive bekannt wurde.

Jedes von Gunships Stücken ist eine kleine Hommage an die 80er und die oft von anderen Künstlern stammenden Musikvideos passen dabei wie angegossen. Auf dem Album liegt Tech Noir noch in einer weiteren Version vor, als grandioser Remix von Carpenter Brute – wenn das nicht passt wie die Faust aufs Auge.

 

Hier kommt ihr zu unserem Spotify-Profil und außerdem seht ihr hier natürlich auch wieder unsere Playlist mit allen unseren bisherigen Songs der Woche. Sehr gern könnt ihr uns und der Playlist folgen um immer alle Songs abrufbereit zu haben.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here