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The Dead South – Doch der Süden ist nicht tot, er bringt uns zum Beben.

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Am 28.05.2017 stand ein Konzertbesuch an. „The Dead South“ spielt in Magdeburg im Moritzhof. Daher möchte ich euch jetzt meine Band des Monats Juni vorstellen.

Ich würde „The Dead South“ als Bluegrass-Band mit Hang zum Folk bezeichnen. Banjo, Mandoline, Cello u.a. Instrumente kommen zum Einsatz. Besonders das Banjo ist natürlich prägend für dieses Genre. So hat es doch schon die großartigen „Mumford & Son’s“ berühmt gemacht. „The Dead South“ hat mittlerweile 2 Alben rausgebracht. Das erste kam im Jahr 2014 auf den Markt und erhielt den Namen „Good Company“. Das Album zur diesjährigen Tour heißt “Illusion & Doubt” und erschien 2016.

Anfang des Jahres zeigte mir ein Freund folgenden Song: 

Er geht durch seine spezielle Art sofort ins Ohr. Doch um mich für eine Band zu begeistern, bedarf es mehr als nur einen rytmischen Song. Da wären als erstes vor allem die Stimmen hervorzuheben. Sänger Nate Hilts hat eine Stimme, die kaum kratziger sein könnte. Dazu kommt noch Background-Sänger, hin und wieder auch als Frontsänger, Scott Pringle, der die tiefe gebürstete Stimme von Hilts perfekt mit hohen Tönen ergänzt. Das Zusammenspiel der beiden Stimmen ist wirklich toll.
Was mich noch sofort gefesselt hat, war die Optik der Band. Sehen die kanadischen Jungs doch stets aus als wenn sie aus einer Zeitmaschine gestiegen sind um vor dem Bürgerkrieg zu fliehen. Der ganze Look passt einfach perfekt zur Musikrichtung. Da ich ein großer Fan von Folkmusik bin, war das nun noch das letzte Detail, was ich brauchte, um mich erstmal voll und ganz dieser Band zu widmen. Und es dauerte nicht lang bis ich noch weitere Lieder entdeckte, die mich einfach begeisterten. Z.B. dieses hier:

Aber die Jungs können auch seichtere Töne anschlagen. Und genau in diesen Liedern kommt noch etwas besonderes zum Vorschein. Das Cello, was sonst nur gezupft wird, dient plötzlich auch als Streichinstrument. Die Mischung aus der Stimme und den ruhigen Klängen des Cellos lässt die Band auf einmal in einem ganz anderen Gewand erscheinen. Aus der flippigen Bluegrass-Band wird eine Folk-Band. Sie schaffen es perfekt, ständig zwischen den 2 Genres zu switchen. Ich habe hier für euch noch ein Lied, welches wirklich alle Facetten von “The Dead South” vereint. Beide Stimmen kommen toll zur Geltung, der Refrain wird vom Celle begleitet und erhält so eine wundervolle Melodie, das Lied ist ruhig fast schon mystisch um dann aber in einem geilen Finale zu explodieren. Zieht es euch rein!

Aber kommen wir nun mal zum Konzert: Da ich sie seit der Entdeckung nahezu suchtete, wollte ich vor ca. 2 Monaten ihre Facebookseite liken. Als ich den Namen in die Suchleiste eingegeben habe, wurde mir ein Konzertvorschlag in Magdeburg angezeigt. Erst wollte ich da gar nicht drauf klicken. Immerhin kommen die Jungs aus Kanada und wie wahrscheinlich ist es da schon, dass sie genau jetzt, wo ich sie für mich entdeckt habe, in einer relativ kleinen Location in meiner Nähe zum Konzert sind. Aber wie der Zufall manchmal spielt, sind sie gerade wirklich auf Deutschlandtour und mittlerweile sogar schon das 5. Mal in Magdeburg. Die Karten wurden natürlich sofort bestellt und gesichert. Zu meiner Freunde waren wir recht schnell eine Gruppe von über 10 Leuten, was meine Vorfreude noch weiter steigen ließ. Auch dass das Konzert einen Tag nach Herrentag stattfinden sollte, konnte mich nicht abschrecken 😉

Wir trafen uns nachmittags bei schönstem Sonnenschein, tranken ein paar Bierchen zur Einstimmung und ließen im Hintergrund natürlich schon mal die entsprechende Musik laufen. Kurz darauf ging es mit dem Zug weiter nach Magdeburg. Dort, im Moritzhof angekommen, herrschte sofort eine angenehme Atmosphäre. Wer den Moritzhof kennt, weiß dass dort keine Mainstream-Konzerte stattfinden, wo man stundenlang anstehen oder gedrängt stehen muss. Der Innenhof bietet einen schönen Biergarten mit leckerem Essen. Als ich dann am Grill anstand, bestellte neben mir plötzlich eine tiefe Stimme “eine Bräädwuhrst”. Wer das war, könnt ihr euch ja sicher denken. Die Jungs tigerten vor dem Konzert die ganze Zeit mit rum und gaben sich hochsympathisch. Als das Konzert losging, konnte man problemlos in die erste Reihe durchgehen und hatte trotzdem noch Platz zum Tanzen. Sich zwischendurch ein Bier zu holen, dauerte  Minuten. Genau so muss ein Konzert aussehen um es wirklich genießen zu können. Unabhängig von der Band kann ich jedem nur empfehlen Konzerte im Moritzhof in Magdeburg zu besuchen.

Irgendwann kamen die Jungs dann auch auf die Bühne und sofort beim ersten Lied haben mein Kumpel und ich uns ungläubig mit offenen Mündern angeguckt, da die Stimme in live genauso geil klingt wie aufgenommen. Hinzu kommt noch, dass die Songs live auch deutlich mehr Wumms haben. Jeder Fußstampfer war durch Verstärker und anderer technischer Zusätze deutlich zu hören, auch wenn hier sicher elektronisch ausgebessert wurde. Trotzdem hatte das Ganze so einfach noch viel mehr Beat und Rythmus.
Ich kannte vorher ja quasi schon jedes Lied und hatte auch ein paar dabei, die ich eher weniger mochte. U.a. Lieder wie “Travellin’ Man”, die fast nur mit der hohen Stimme gesungen werden und mehr Richtung Klamauk gehen. Nach dem Abend im Moritzhof sehe ich das aber völlig anders. Gerade diese Lieder haben aufgrund der instrumentalen Geschwindigkeit für richtig Stimmung gesorgt. Dazu dann noch die ohnehin bereits geliebten Lieder, die auch wirklich allesamt gespielt wurden. Mir fällt nichts ein, was von mir als wichtig erachtet und vergessen wurde. Getoppt wurde das alles dann am Ende noch mit dem letzten Song “The Dead South”. Ein Kracher im Style der Dropkick Murphys kitzelte nochmal die letzten Staubkörnchen Energie aus meinem Körper 😀

Also ich denke mal, dass es nicht nötig ist, das nochmal zu erwähnen: Aber es war geil! Daher möchte ich sie auch gleich mal zur Band des Monats Juni küren. Falls ihr irgendwie die Chance habt die Jungs live zu sehen, nehmt diese wahr. Abschließend nochmal ein Link zu einem RadioEins – Konzert. Besonders empfehlenswert ist “Boots” ab 10 Minuten. Ich möchte denjenigen sehen, der da dabei komplett ruhig sitzen bleiben kann.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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Hier könnt Ihr den Film nun bewerten:

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14 KOMMENTARE

  1. Ich kenne diese Band noch nicht. Die Musik klingt zwar nicht schlecht aber mein Geschmack trifft es nicht so. Es freut mich das dir das Konzert gefallen hat. So Konterte finde ich besser als die vollen Hallen wo alle nur stehen und sich bedrängen.

  2. Was ‘ne geile Band! Hab mir alle Videos angekuckt, aber dann wieder zum allerersten oben zurückgekehrt. Das hab ich jetzt schon viermal angehört. Diese Instrumente, diese Stimme – Wahnsinn!
    Ich hab schon nen Ohrwurm… ok einmal hör ichs noch … ok, noch einmal, ein ALLER letztes mal …

    Danke für die Bereicherung!
    Verspielte Grüßle,
    Simone

  3. Ich muss leider auch zugeben das ich die Band vorher nicht kannte. Danke für die Vorstellung, es ist eine spezielle Musik aber ich mag Sie. Das werde ich wohl nochmal reinhören. Das Video ist übrigens super. Und Band mit denen man etwas verbindet findet ich immer besonderes. Liebe Grüße Alex von https://margreblue.de/

  4. Vielen Dank für deine Empfehlung. Die klingen wirklich gut. Ich bin absoluter Folkfan und als solcher auch immer auf der Suche nach neuen tollen Bands. 🙂 Und: Den Moritzhof kenne ich aus meinen Studententagen auch noch sehr gut – auch wenn ich jetzt weiter wegwohne, erinnere ich mich an die Konzerte dort sehr gern zurück. LG 🙂

  5. Ich habe die Band gar nicht gekannt und habe mich gleich reingehört. Ist nicht unbedingt meine Musikrichtung, aber mein Mann sagt immer, dass ich kein Maßstab für Musik bin. Dein Review war sehr ausführlich und man kann lesen, dass Dir das Konzert viel Spaß gemacht hat.

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