Start Filme Under the Silver Lake

Under the Silver Lake

147
0
TEILEN

Am 6.12. startet Under the Silver Lake von Regie-Shootingstar David Robert Mitchell in den deutschen Lichtspielhäusern. Darin begibt sich Andrew Garfield auf eine bizarre Reise durch ein Los Angeles voller verrückter Menschen und anderer Absurditäten. Den Zuschauerinnen und Zuschauern wird dabei so einiges abverlangt.

TitelUnder the Silver Lake
Jahr2018
ProduktionslandUSA
RegieDavid Robert Mitchell
DrehbuchDavid Robert Mitchell
GenreThriller
DarstellerAndrew Garfield, Riley Keough, Topher Grace, Callie Hernandez, Don McManus, Riki Lindhome
Länge139 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihWeltkino
Plakat zu "Under the Silver Lake" © Weltkino
Plakat zu “Under the Silver Lake” © Weltkino

Inhalt

Los Angeles. Obwohl die Miete für sein Apartment überfällig ist, hegt Sam (Andrew Garfield) keinerlei Ambitionen, einen Job zu finden. Lieber hängt er auf seinem Balkon herum, liest Comics und beobachtet die Nachbarinnen durchs Fernglas. Als ihn die umwerfend schöne Sarah (Riley Keough) eines Abends zu sich einlädt, kann er sein Glück kaum fassen. Doch am nächsten Morgen ist sie spurlos verschwunden. Sam wittert eine globale Verschwörung, die Millionäre, Celebrities, Hundemörder und urbane Mythen involviert. Seine Suche nach Sarah mutiert dabei zur rauschhaften Odyssee durch den undurchsichtigen Dschungel der Großstadt.

Eine Sinnsuche durch Hollywood

Mit seinem Horrorfilm It Follows konnte David Robert Mitchell im Jahr 2014 nicht nur in Genrekreisen auf sich aufmerksam machen. Fans und Kritiker zeigten sich gleichermaßen beeindruckt von dem schlichten, aber vor allem inszenatorisch überzeugenden Gruselthriller. In seinem neusten Werk Under the Silver Lake hat er sich nun vorgenommen, eine ungleich komplexere Geschichte zu erzählen, verstrickt sich dabei jedoch in seiner eigenen geschaffenen Welt aus Partys, Verschwörungstheorien und Hollywood-Mythen.

Andrew Garfield klarer Hitchcock-Referenz in "Under the Silver Lake" © Weltkino
Andrew Garfield mit Hitchcock-Referenz in “Under the Silver Lake” © Weltkino

Denn Andrew Garfield (The Social Network, Silence) trifft auf seiner Sinn- und Wahrheitssuche auf eine ganze Reihe bizarrer Figuren und absurder Ereignisse, bei denen es nicht immer leicht fällt, den Überblick zu behalten oder einen tieferen Sinn zu erkennen. Wenn etwa zum wiederholten Male tierische oder menschliche Exkremente in Nahaufnahme präsentiert werden, muss man sich eben doch fragen, was das eigentlich soll.

Under the Silver Lake – überladen und ambitioniert

Zweifelsohne bietet Under the Silver Lake auch einen Inside-Hollywood-Blick und zeigt gesellschaftskritische Ansätze. Bloß ist nicht immer klar, was David Robert Mitchell eigentlich nun kritisieren möchte. Ist es die glitzernde Fassade der Hollywood-Welt mit ihren Exzessen und ihrem scheinheiligen Jesus-Wahn (Stichwort: Jesus and the Brides of Dracula)? Oder ist es gleichermaßen auch das rechtfertigende Weltbild der Abgehängten und Verlierer, die neidischen Blickes nach oben schauen und eine riesige Verschwörung wittern?

Geheime Botschaften in den Songs von Jesus&The Brides of Dracula? "Under the Silver Lake" © Weltkino
Geheime Botschaften in den Songs von Jesus&The Brides of Dracula? “Under the Silver Lake” © Weltkino

Inszenatorisch ist auch Under the Silver Lake absolut gelungen. Audiovisuell überzeugend, funktioniert der Film sowohl in Bild als auch in seinem klassischen Soundtrack als wunderbare Noir-Hommage. Dem Drehbuch hätte ein prüfender Blick eines Außenstehenden hingegen gut getan. Mitchells Script ist überladen und viel zu lang. Es wirkt, als habe er zu viele Ideen und Gedanken, die ihm im Kopf kreisten, niedergeschrieben und zu einem fast 2 1/2-stündigen Werk verarbeitet. Dabei sind die einzelnen Bestandteile prinzipiell gelungen, doch mag sich nicht so recht ein homogenes Ganzes fügen (was möglicherweise jedoch intendiert sein mag), sodass Under the Silver Lake ein sehr fordernder Film ist, der bisweilen leider auch langatmig und anstrengend sein kann.

Muss Sarah (Riley Keough) den brutalen Hundekiller fürchten? "Under the Silver Lake" © Weltkino
Muss Sarah (Riley Keough) den brutalen Hundekiller fürchten? “Under the Silver Lake” © Weltkino

Fazit

Under the Silver Lake scheitert leider etwas an seinen eigenen Ambitionen. Seine Vorbilder sind zweifelsohne die Werke David Lynchs (Lost Highway, Mulholland Drive), ohne jedoch dessen Raffinesse zu erreichen. David Robert Mitchell möchte einfach zu viel in und mit seinem Film mitteilen und schießt dabei bisweilen eindeutig über das Ziel hinaus. Dabei ist sein grotesker Noir-Thriller keinesfalls ein schlechter Film und lässt immer wieder aufblitzen, was eigentlich in ihm gesteckt hätte. Nur ist die Aneinanderreihung von Absurditäten, deren Sinn sich nur teilweise erschließt, manchmal jedoch nur dem Selbstzweck zu dienen scheint, bei einer Laufzeit von über zwei Stunden doch irgendwie anstrengend. Noir-Hommage, Gesellschaftskritik, Hollywood-Entlarvung und ein Eimer voll popkultureller Referenzen. Wer sich darauf einlassen kann, hat in Under the Silver Lake vieles zu entdecken – doch verlangt der Film den Zuschauerinnen und Zuschauern so einiges ab, wenn sie sich auf diese Reise begeben möchten.

It Follows - Special Edition -Limitiertes Mediabook [Blu-ray]
494 Bewertungen
It Follows - Special Edition -Limitiertes Mediabook [Blu-ray]*
von Weltkino Filmverleih GmbH (Vertrieb Universum Film)
Prime Preis: € 16,00 Jetzt auf Amazon kaufen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten
Mulholland Drive - Straße der Finsternis
207 Bewertungen
Preis: € 8,00 Jetzt auf Amazon kaufen* Preis inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

Handlung/Dramaturgie
Figuren/Schauspieler
Ausstattung/Schauplätze
Form
Hintergrund
Vergleich im Genre
Durchschnitt:
Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:
Handlung/Dramaturgie
0
Figuren/Schauspieler
0
Ausstattung/Schauplätze
0
Form
0
Hintergrund
0
Vergleich im Genre
0
Durchschnitt:
  Wird geladen, bitte warten yasr-loader

© Weltkino

TEILEN
Vorheriger ArtikelZoe
Nächster ArtikelNews: Die Nacht der lebenden Toten 2 – Romeros Klassiker bekommt Fortsetzung!
Mir gefällt die intellektuelle Selbstbezeichnung als Cineast eigentlich nicht, da in ihr, wie ich finde, immer ein gewisses Maß an Arroganz mitschwingt. Jemand nannte mich mal augenzwinkernd "cinephil", was ich eigentlich ganz nett und passend fand, doch an und für sich kann man auch einfach schlicht sagen, ich schaue gerne Filme. Darüber hinaus teile ich offenkundig anderen Menschen auch gerne meine Meinung über das Gesehene mit - ob sie nun wollen oder nicht. MovicFreakz.de bietet mir dabei die Möglichkeit, insbesondere Personen aus der Gruppe der Freiwilligen zu erreichen, die ebenso gerne Filme schauen wie ich und an meiner Meinung (und der Meinung der anderen Autoren) interessiert sind. Ein bevorzugtes Genre habe ich dabei nicht, obwohl ich natürlich das eine mehr, das andere wiederum etwas weniger präferiere, das ist doch ganz normal. So kann ich mit Komödien und reinen Actionfilmen in der Tat weniger anfangen, auch wenn Ausnahmen in diesen Gattungen die Regel bestätigen. Ich lege großen Wert auf Charaktere und deren glaubwürdige Zeichnung und möchte emotional berührt und zum Nachdenken angeregt werden. Zu meinen Lieblingsfilmen zählen Werke wie "Pans Labyrinth" und "The Prestige" ebenso sehr wie "2001" oder "Der schmale Grat".

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here